AC: Bundesprüfstelle will Aachener Neonazi-Homepage indizieren

Aachen – Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM) versucht offenbar erneut, eine Internetseite nordrhein-westfälischer Neonazis zu indizieren.

Diesmal geht es um die Homepage der militant-neonazistischen „Kameradschaft Aachener Land“ (KAL). Dort wird heute ein Schreiben der Bundesprüfstelle dokumentiert. Sie bat per Mail die Neonazis um eine aktuelle Postanschrift: „Die Bundesprüfstelle beabsichtigt, über das genannte Angebot im vereinfachten Verfahren nach § 23 Abs. 1 Jugendschutzgesetz zu entscheiden. Hierzu sollen Sie mit Übersendung des Indizierungsantrags Gelegenheit zur Stellungnahme erhalten.“ Wie die Aachener Neonazis auf die Ankündigung reagieren wollen, verraten sie nicht.

Statt dessen lassen sie wissen, dass sie sich von der „Besatzungsinstitution Bundesrepublik Deutschland“ verfolgt fühlen, die wiederum „als ewiger Handlanger von globalen Hintermächten fungieren“ müsse. „Alle seit 1914 erschienenen Bücher, wissenschaftlichen Ergebnisse, Tonträger, Publikationen, Zeitschriften und neuzeitliche Informationsträger wie Internetseiten werden demokratisch ausgesondert“, heißt es in dem Text der KAL, deren Mitglieder auch bisher nicht durch besondere Geistesgröße aufgefallen waren.

Anfang des Jahres war bereits die Internetseite des „Nationalen Widerstands Marl“ ins Blickfeld der Bundesprüfstelle geraten.* Um der Indizierung zu entgehen, hatten die Neonazis aus dem nördlichen Ruhrgebiet einen Rechtsanwalt eingeschaltet und auffällige Texte von ihrer Seite genommen.**

* /nrwrex/2011/02/re-indizierungsantrag-gegen-marler-neonazi-homepage

** /nrwrex/2011/04/re-indizierungsverfahren-gegen-marler-neonazi-homepage-eingestellt