BO: 40 Neonazis bei NPD-Kundgebung

Bochum – Rund 40 „parteifreie“ Neonazis und NPD-Mitglieder nahmen am Montagabend an einer kurzfristig angemeldeten Kundgebung der NPD am Bochumer Hauptbahnhof teil.

Etwas ungewöhnlich für die speziellen Bochumer Verhältnisse: das enge Zusammenwirken der örtlichen NPD mit Rechts-„Autonomen“ aus dem Ruhrgebiet, die unter anderem aus Hamm, Dortmund, Recklinghausen und Essen angereist waren. Die NPD hatte zuletzt eher NPD-interne Veranstaltungen bevorzugt, initiiert von ihren Ruhrgebiets-Stadtverordneten Claus Cremer (Bochum), Marcel Haliti (Essen) und Axel Thieme (Dortmund) bzw. dem Dortmunder Kreisvorsitzenden Matthias Wächter. Umgekehrt war Cremer als Landesvorsitzender der NPD wiederholt zur Zielscheibe der Kritik aus rechts-„autonomen“ und anderen „parteifreien“ Neonazikreisen geworden.

Anlass für die Kundgebung soll ein Überfall auf drei „nationale Aktivisten“ gewesen sein, der sich am Wochenende in Bochum-Langendreer ereignet haben soll. Die Veranstaltung dauerte rund eine Stunde. Als Redner traten unter anderem Cremer, Haliti, das Bochumer Kreisvorstandsmitglied Markus Schumacher sowie „parteifreie“ Neonazis aus Dortmund, Hamm und Recklinghausen auf. „Etliche Bürgerinnen und Bürger“ hätten durch die Reden der „Nationalisten“ erreicht werden können, heißt es in einem Veranstaltungsbericht der NPD. Tatsächlich hielt sich die Außenwirkung wegen des miserablen Wetters in engen Grenzen. (ts)