RE: Neonazis als Wahlkampfhelfer für „pro NRW“

Recklinghausen/Marl – Ein Jahr nach der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen haben sich Neonazis aus Marl als Wahlkampfhelfer für „pro NRW“ geoutet. Ihnen sei es seinerzeit, so betonen sie, aber lediglich um das Geld gegangen, das ihnen in Aussicht gestellt worden sei.

Wie die Neonazis vom „Nationalen Widerstand Marl“ am Montag mitteilten, sei die Initiative für die Zusammenarbeit vom „pro NRW“-Kreisvorsitzenden in Recklinghausen, Werner Peters, ausgegangen. Er war  demnach auf der Suche nach Wahlkampfhelfern in dem flächengroßen Kreisgebiet. „Daher bot man der damaligen ,,Aktionsgruppe Ruhr-Mitte’ 2.500 € für rund 2.000 Plakate. Zudem stellte man uns einen eigenen Wagen in Aussicht.“ In der neonazistischen AG Ruhr, an der der NW Marl beteiligt gewesen sei, habe es „lange kontroverse Diskussionen zu dieser Anfrage“ gegeben.

Lieber hätten die Neonazis nach ihren eigenen Angaben Wahlkampf für die NPD gemacht – und das sogar kostenlos, wie sie betonen. Deren Landesvorsitzender Claus Cremer habe jedoch mehrere Termine nicht wahrgenommen. Daraufhin habe man sich entschieden, „dass eine kleine Gruppe von uns für PRO NRW arbeiten sollte“. Bei den Verhandlungen über diesen „temporären Pakt“ sei vereinbart worden, „dass wir lediglich Plakate zum Moscheebau und der Überfremdung hängen mussten. Zudem machten wir mehrmals klar, dass es uns nur um die Finanzspritze ginge“.

„Einfache Dienstleistung“

Einer, der offenbar damals der in die Diskussionen involvierten Riege der Neonazis aus dem Kreis Recklinghausen angehörte, berichtet zudem in einem Kommentar auf einer extrem rechten Internetseite, es habe mehrere Gespräche gegeben, „in denen die Inhalte von Flugblättern und Plakaten besprochen wurde, da wir kein Material benutzt hätten, dass uns zuwider ist“. Letztlich habe man das alles „als einfache Dienstleistung empfunden, die für uns mehr oder weniger unpolitisch war“. Fakt sei „nunmal auch, dass wir weitaus mehr Tageszeitungen oder Werbeprospekte hätten verteilen müssen, um auf den Betrag zu kommen“. Die „Abmachung“ mit „pro NRW“ habe sich auf die Finanzierung eines Wagens bezogen, dessen Wert auf 2.500 Euro festgelegt worden sei. „Es war also eine Gelegenheit unsere Arbeit voran zu bringen, und diese haben wir genutzt.“

Der „pro NRW“-Kreisvorsitzende Werner Peters selbst bestritt gegenüber „NRW rechtsaußen“ hingegen, dass im Landtagswahlkampf Geld an Vertreter des NW Marl geflossen sei: „So viel Geld habe ich auch nicht, dass ich es zum Fenster rausschmeißen kann“, erklärte er. (ts/rr)

  • Mehr zum Thema, zur Frage, warum der NW Marl gerade jetzt an seine Verbindungen zum „pro NRW“-Kreisvorsitzenden Peters erinnert, warum Neonazis gemeinsam mit „pro NRW“lern nach Belgien reisten, welche Texte des „pro NRW“-Kreischefs unter welchem Pseudonym in der Vergangenheit auf einer Internetseite Marler Neonazis erschienen sind, morgen an dieser Stelle.