RE: „Pro NRW“ will im September in Herten demonstrieren

Herten – In der Frage widersprüchlicher Angaben ihres Landesverbandes und ihres Kreisverbandes zur Gründung einer „Bürgerinitiative“ gegen den Bau einer Moschee in Herten-Langenbochum * hat die „Bürgerbewegung pro NRW“ noch nicht für Aufklärung gesorgt. Und auch zu den Kontakten ihres Recklinghäuser Kreisvorsitzenden Werner Peters zu Neonazis aus der Region haben die Rechtspopulisten noch nicht Stellung genommen. Statt dessen kündigten sie einen „Demonstrationsaufzug“ in Herten an.

Eine entsprechende Meldung wurde am Montag über die Intersetseite des Landesverbandes und am Tag darauf über die des Kreisverbandes verbreitet. Stattfinden soll die Demonstration unter dem Motto „Grundgesetz statt Scharia! – Islamisierung von Langenbochum stoppen!“ am 17. September.

Nähme man die Ankündigung zu 100 Prozent ernst – was bei „pro NRW“ wegen deren Neigung zu permanenten propagandistischen Übertreibungen freilich nicht ratsam ist –, würde die Demo in Herten eine der größten, wenn nicht sogar die größte in der Geschichte von „pro NRW“: Rekordverdächtige vier Stunden sind eingeplant, und unterwegs soll es gleich „diverse Zwischenkundgebungen“ geben. „Der Veranstalter rechnet mit mehreren hundert Demonstrationsteilnehmern.“

Insbesondere Zahlenangaben sind bei „pro NRW“ allerdings mit größter Vorsicht zu genießen: Zuletzt hatte „pro NRW“ behauptet, an ihrer als „Marsch für die Freiheit“ deklarierten Demonstration Anfang Mai in Köln hätten 1100 Anhänger teilgenommen; tatsächlich waren es lediglich rund 320 Demonstranten.

Immerhin können die Veranstalter sicher sein, dass nach dem Zerwürfnis zwischen Peters und den regionalen Neonazis** aus deren Reihen voraussichtlich niemand mitdemonstrieren wird. (ts)

* /nrwrex/2011/06/re-chaostage-bei-pro-nrw-im-ruhrgebiet

** /nrwrex/2011/06/re-der-pro-nrw-kreisvorsitzende-und-der-ns-narrensaum

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