AC: NPD-Autor hält „pro NRW“ für „niederträchtig“

Aachen – Der von Willibert Kunkel geführte Aachener Kreisverband der NPD ist bisher nicht durch gewichtige Beiträge zur Programmatik oder Strategie der Partei aufgefallen. Jetzt macht man sich dort Gedanken über Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen der NPD auf der einen sowie „Rechtspopulisten“ und „Konservativen“ auf der anderen Seite.

Zwischen „Nationalen“ und den anderen Gruppen – gemeint ist vorrangig „pro NRW“ – gebe es „nur wenige Gemeinsamkeiten“, befinden die NPDler in einem aktuellen Beitrag auf ihrer Internetseite. Aber immerhin scheint man sich doch immer noch einem irgendwie gearteten gemeinsamen Lager zuzurechnen. Nicht anders ist die folgende Klage zu verstehen, „dass das hysterische Aus- und Abgrenzungsgehabe der verschiedensten pseudo-rechten Gruppen gegenüber dem ,Narrensaum’ ein niederträchtiges Verhalten“ darstelle, „das nicht geeignet ist, gegenseitiges Misstrauen abzubauen oder vertrauensbildende Maßnahmen, geschweige denn eine gemeinsame weltanschauliche Basis zu schaffen“.

„Pestilenter Selbsthass“

An fünf Punkten arbeitet die Aachener NPD die aus ihrer Sicht wesentlichen Unterschiede zu Rechtspopulisten heraus:

  • So fehle bei ihnen „ein Bekenntnis zum Abstammungsprinzip. Man tut sich mit der Tatsache schwer, dass das Zuwanderungs- bzw. Überfremdungsproblem in erster Linie ein biologisches und kein religiöses Problem ist“. Bei Veranstaltungen von „pro NRW“ seien sogar „Schwarzafrikaner“ gesehen worden, empört sich die NPD. „Dies ist wohl ein eindeutiges Indiz dafür, dass der in der ganzen BRD-Gesellschaft verbreitete, durch die Umerziehung induzierte, virulente und pestilente Selbsthass auch in sog. rechten Kreisen vorzufinden ist!“
  • Damit nicht genug. Empört äußert sich der Autor des Textes auch darüber, dass bei „pro“-Veranstaltungen auch „regelmäßig israelische Fahnen“ zu sehen seien: „Konservative und Rechtspopulisten sind pro-israelisch bzw. pro-zionistisch“, rügt er.
  • Drittens kritisiert der NPD-Autor, dass Rechtspopulisten oft gar nicht eindeutig erkennen lassen würden, für welche Wertvorstellungen sie eigentlich stehen. Es stelle sich die Frage, „ob sie in der drohenden Islamisierung eher eine Gefahr für die modernen liberalen Errungenschaften wie Gender-Mainstreaming, Homosexuellen-Verherrlichung oder andere dekadente Erscheinungen sehen, ,Wertevorstellungen’, die Nationale bzw. aufrechte Patrioten doch strikt ablehnen, oder ob es um die wahren traditionellen Wertvorstellungen geht, für die authentische Nationale ohne Wenn und Aber eintreten!“

Antisemitische Lektüre empfohlen

  • Bemängelt wird weiter, dass sich Rechtspopulisten durch „hysterische Abneigungen gegen sog. ,rechte’ Verschwörungstheorien“ auszeichnen würden. „Bei genauerer Betrachtung stellt sich jedoch heraus, dass sie nicht in der Lage sind, politische Vorgänge jenseits all dessen, was man unter Verschwörungstheorien versteht, zu erklären.“ Insbesondere empfiehlt der Autor das antisemitische Pamphlet „Die Protokolle der Weisen des Zion“ zur Lektüre: „Oftmals stellt sich heraus, dass die Betreffenden diese oder ähnliche Schriften gar nicht oder nur sehr flüchtig kennen.“
  • Fünftens hält der Autor fest, wer pro-amerikanisch denke bzw. auf reinen Wirtschafts-Liberalismus setze, könne „für echte Nationale kein seriöser Verhandlungspartner sein“.

Im Ergebnis sind Rechtspopulisten aus der Sicht des NPD-Autors nicht rassistisch, nicht sexistisch, nicht antisemitisch und nicht antiamerikanisch genug. Sie blieben, meint er, mit ihrer Politik „auf halber Strecke stehen“. Warum das so sein könnte, versucht er auch zu erläutern: Die „sog. Rechtspopulisten und Konservativen“ seien „wohl von einer hysterischen Angst befallen, zu sehr in einen ,Radikalen-’ oder ,Extremisten’-Sog zu geraten, wenn man sich intensiver mit einem Problem auseinandersetzen soll“. (ts)

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