D: „Republikaner“ kündigen Demonstration an

DÜSSELDORF – Die Düsseldorfer „Republikaner“ haben eine Demonstration gegen einen 63-jährigen Sexualstraftäter angekündigt, der nach Verbüßen seiner Haft und anschließenden zehn Jahren Sicherheitsverwahrung auf freien Fuß gekommen ist und nun in der Landeshauptstadt wohnt.

Die Düsseldorfer Polizei hatte in der vorigen Woche über den Fall des 63-Jährigen informiert. Sie überwacht den Mann, dem, wie Düsseldorfer Medien berichten, Gutachter eine Rückfallwahrscheinlichkeit von über 50 Prozent attestieren, rund um die Uhr. „Wir garantieren mit unseren Mitteln, dass mit hoher Wahrscheinlichkeit solche Taten nicht wieder passieren“, zitierte die Westdeutsche Zeitung Jürgen Schneider, den Leiter der Polizei-Direktion Kriminalität.*

Wann und wo die Düsseldorfer „Republikaner“ gegebenenfalls demonstrieren wollen, ist bislang nicht bekannt. „Noch ist der Wohnsitz des Straftäters nicht öffentlich bekannt“, bedauert die Partei. Sobald sich dies jedoch ändere, würden die „Republikaner“ „mit Demonstrationen darauf hinweisen, dass Triebtäter in Düsseldorf unerwünscht sind“. Zusammen mit den „Bürgerinnen und Bürgern unserer Stadt“ werde man „einen Demonstrationszug durchführen und damit eindeutig klarstellen, wie die Menschen in Düsseldorf über solche Täter denken“, lässt sich der REP-Kreisvorsitzende Karl-Heinz Fischer zitieren.

NPD fahndet

In Kreisen der extremen Rechten scheint man die Veranstaltungsankündigung der „Republikaner“ nicht allzu ernst zu nehmen. Bezweifelt wird, dass die Partei überhaupt personell und organisatorisch in der Lage wäre, eine Demonstration auf die Beine zu stellen. „Bisher sieht das nach reiner Ankündigungsrethorik aus dem Hause der REP aus“, schreibt beispielsweise ein Kommentator in einem einschlägigen Forum: „Ob den Worten auch Taten folgen werden, darf jedoch bezweifelt werden.“

Auch die Düsseldorfer NPD versucht, ihr braunes Süpplein auf dem Fall zu köcheln. Die  Neonazi-Partei, die quasi eine Privatfahndung nach dem Mann gestartet hat, fordert „für nicht therapierbare Sexualstraftäter idealerweise die Todesstrafe, mindestens eine lebenslängliche Haftzeit“. (ts)

* http://www.wz-newsline.de/lokales/duesseldorf/enormer-aufwand-polizei-schuetzt-buerger-vor-sextaeter-1.705895

http://www.rp-online.de/region-duesseldorf/duesseldorf/nachrichten/sexualstraftaeter-darf-sich-frei-bewegen-1.1327385

http://www.rp-online.de/region-duesseldorf/duesseldorf/nachrichten/bewachte-werden-nicht-rueckfaellig-1.1327125