KR: 54 Neonazis bei NPD/JN-Kundgebung

KREFELD – Zwischen virtuellen Angaben und der Realität liegen zuweilen Welten: Mehr als 230 „Zusagen“ gab es bei Facebook für die Kundgebung von NPD und „Jungen Nationaldemokraten“ (JN) heute Nachmittag in Krefeld.* Tatsächlich kamen nur etwas mehr als 50 Neonazis auf den Neumarkt; die Polizei zählte exakt 54 Teilnehmer.

[caption id="attachment_5314" align="alignright" width="269" caption="Schreit für die JN: Dennis Bruglemans aus Gelsenkirchen. Links hinter ihm: Philippe Bodewig aus Krefeld."][/caption]

Und die hatten es nicht leicht, sich akustisch durchzusetzen – angesichts der Gegendemonstranten, die teilweise nicht einmal zehn Meter von der Neonazi-Gruppe entfernt standen. Nachwuchskräfte der NPD wie der Essener Stadtrat Marcel Haliti oder der Krefelder Pressesprecher der Partei, Philippe Bodewig, versuchten derweil, Flugblätter unter die Passanten zu bringen.

NPD-Landeschef Claus Cremer, der als einer der „Referenten“ angekündigt war**, erschien nicht. Matthias Halmanns, Vorsitzender JN in Nordrhein-Westfalen, verlas stattdessen sein Grußwort. Außer Halmanns versuchten unter anderem Dennis Bruglemans, Stützpunktleiter der JN in Gelsenkirchen, Marcel Haliti und Philippe Bodewig den Lärm der Gegendemonstranten mit ihrer Forderung nach Einführung der „Todesstrafe für Kinderschänder“ zu übertönen. Volle drei Stunden dauerte die von NPD und JN als „Mahnwache“ angekündigte Kundgebung. (ts)

  • Ein ausführlicher Bericht zum Thema folgt am Montag beim „blick nach rechts“.

* /nrwrex/2011/07/kr-kameraden-sollen-sich-legal-verhalten

und

/nrwrex/2011/06/kr-neonazis-fordern-todesstrafe

** /nrwrex/2011/06/fundsachen-xxxiii-todesstrafen-gestammel-aber-mit-niveau