Nebenbei: Reinrassiger Fußball

Bochum – Gerade einmal 7805 Zuschauer wollten am Mittwochabend im Bochumer Ruhrstadion sehen, wie bei der Frauen-WM die Teams aus Nordkorea und Kolumbien in einer fürs Weiterkommen im Turnier bedeutungslosen Partie aufeinandertrafen. Einer der Zuschauer: der NPD-Landesvorsitzende Claus Cremer.

„Leider geht es da um nichts mehr“, räumte er tags zuvor auf seiner Facebook-Seite ein. Dass Cremer sich gerade diese Begegnung live im Stadion ansah, war freilich kein Zufall: „Ich komme in den Genuß einer reinrassigen Mannschaft aus einem Land, welches in offener Ablehnung zu den USA und der ,westlichen Wertegemeinschaft’ steht“, freute er sich.

Zwar war der NPD-Landeschef nicht mit Fanutensilien ausgestattet, als er im „Nordkoreabereich“ des Stadions („Ja, da war ich. Ja, auch mit Absicht“) Platz nahm. Wem seine Sympathien gehörten, war freilich zu erkennen, wenn man genau hinsah: „Hatte heute sogar extra einen Anstecker an der Jacke mit der Nordkorea-Fahne und der Aufschrift: ,Nordkorea bleibt frei! Schluß mit dem US-Imperialismus!’“

Anders als bei (nach derzeitigem Stand) zwei Spielerinnen des nordkoreanischen Teams* ist bei Cremer nicht bekannt, ob und womit er dopt. (rr)

* http://www.sueddeutsche.de/sport/wm-nordkorea-die-ganze-mannschaft-unter-verdacht-1.1117296

Meta