MK: NPD-Funktionär Pradel im Zoff mit „parteifreien“ Neonazis

ISERLOHN – Timo Pradel, Vorsitzender der NPD im Märkischen Kreis, liegt offenbar im Streit mit „parteifreien“ Neonazis aus seiner Heimatstadt Iserlohn.

Man lasse sich nicht länger von Pradel „denunzieren“, heißt es in einer aktuellen Erklärung der „Freien Kameradschaft Iserlohn –Wehrwölfe“. Und weiter: „Wir arbeiten für die Partei und für unsere Überzeugung, und nicht für die Vorteile eines Mannes.“ Falls sich „die Personalie des Kreisvorsitzenden nicht ändern sollte“, werde man jede weitere Unterstützung der Partei verweigern.

Partei-Rubrik gelöscht

Im Kleinen und virtuell hat der Zoff bereits Konsequenzen: „Aufgrund der Ereignisse der letzten Zeit“ sah sich die Iserlohner Kameradschaft „leider gezwungen, die Rubrik der NPD zu löschen“. Auf ihrer Internetseite hatten die vor etwa dreieinhalb Jahren gegründeten „Wehrwölfe Iserlohn“ bisher eine – nun verschwundene – Rubrik mit dem Titel „Neues seitens der Partei“ eingerichtet.

Pradel, der auch als stellvertretender Landesvorsitzender und Landesorganisationsleiter fungiert, steht innerhalb der nordrhein-westfälischen NPD für jenen Flügel, der sich um ein nicht unmittelbar als neonazistisch erkennbares, „bürgerlicheres“ Erscheinungsbild der Partei bemüht, orientiert etwa an dem sächsischen Landes- und Fraktionsvorsitzenden Holger Apfel. Pradel ist auch Stadtratsmitglied in Iserlohn und Mitglied des Kreistages im Märkischen Kreis. (ts)