HAM: Neonazis gegen „entartete Skulptur“

HAMM – Zum wiederholten Male ist im Hammer Martin-Luther-Virtel ein Kunstwerk beschädigt worden. Die örtlichen Neonazis finden das ganz offen und öffentlich gut.

Diesmal traf es in der Nacht zum Samstag eine Skulptur aus dem siebenteiligen Gesamtwerk „Nassauer Treppe“ von Martine Mallet, einer in Hamm lebenden französischen Künstlerin, berichtet der Westfälische Anzeiger.* Die Skulptur müsse sach- und fachgerecht erneuert werden. Der materielle Schaden beläuft sich auf einige hundert Euro.

„Akt von Zivilcourage“

Wer für den Schaden verantwortlich ist, ist bisher nicht geklärt. Zu Wort meldete sich aber die örtliche Neonazi-„Kameradschaft Hamm“. Sie meint, bei der Beschädigung handele es sich um einen „Akt von Zivilcourage“, der sich gegen „eine entartete Skulptur der ,Künstlerin’ Martine Mallet“ gerichtet habe. Es sei „allerdings nicht bekannt, ob hier schlicht Vandalen im Spiel waren, oder ob mit dieser Aktion jemand demonstrieren wollte, was er von derartigen ,Kunstwerken’ hält“.

Ihre eigenen kulturellen Präferenzen verraten Hamms Neonazis auch. Wie zu erwarten, sind diese durch und durch nationalsozialistisch geprägt: Man möge sich doch den Bildband „Das Haus der Deutschen Kunst 1937-1944“ besorgen, empfehlen sie.

* http://www.wa.de/nachrichten/hamm/stadt-hamm/kunstwerk-luther-viertel-stark-beschaedigt-1399502.html

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