Nebenbei: „Pro NRW“ und die „Gegenkandidaten“

BERGISCH GLADBACH – Wenn „pro NRW“ in den Wahlkampf zieht, muss es schon etwas Besonderes sein. Einen „Schwerpunktwahlkampf“ also kündigt „pro NRW“-Chef Markus Beisicht auf der Homepage seiner Partei für den Herbst im Rheinisch-Bergischen Kreis an. Dort wird am 20. November ein neuer Landrat gewählt. Für „pro NRW“ geht der Kreisvorsitzende Christoph Heger ins Rennen.

Gegen die Kandidaten der demokratischen Parteien keilt Beisichts angebliche „Bürgerbewegung“ in populistischer Manier schon einmal aus. Der Grünen-Kandidat? Er sei „links“, zuletzt 2004 bei einer Wahl „ziemlich jämmerlich“ gescheitert und habe schon „einige Niederlagen auf dem Buckel“. Der SPD-Kandidat? Ein „Dauerverlierer“ und bloßer „Zählkandidat“. Der CDU-Bewerber? „Besonders politisch korrekt und farblos“; dass sich der derzeitige Bürgermeister aus Lindlar für das Amt des Landrats bewerbe, sei ein „vorzeitiger Fluchtversuch“ aus seiner bisherigen Wirkungsstätte. Zur Linken-Kandidatin fällt „pro“ nur ein, dass sie eine „verfassungsfeindliche Partei“ vertrete und selbst eine „Linksaußen-Politikerin“ sei.

„Massive Unterstützung“

Heger hingegen ist, glaubt man seiner Partei, im Unterschied zu dieser Loser-Truppe „populär“, „honorig“, „glaubwürdig“ und „im Kreis gut vernetzt“. Und weil das so sein soll, wählt „pro NRW“ als Überschrift des Beitrags tatsächlich: „Gegenkandidaten von Dr. Christoph Heger stehen fest“, als hätte der „Bürgerbewegte“ aus Overath tatsächlich eine Chance, nach dem 20. November auf dem Landratssessel Platz zu nehmen. „Seine Gegenkandidaten verkörpern Filz, Parteibuchwirtschaft und Inkompetenz“, schimpft Beisicht und kündigt schon einmal an, „pro NRW“ werde Heger „in seinem Wahlkampf massiv unterstützen“.

Das scheint auch dringend erforderlich angesichts der realen Schwäche des „pro NRW“-Kreisverbandes im Rheinisch-Bergischen, der ohne Unterstützung aus Köln und Leverkusen kaum kampagnenfähig wäre.

Funkstille

Veröffentlicht wurde der Jubelgesang auf Heger und der Verriss seiner „Gegenkandidaten“ im Übrigen auf der Internetseite des „pro NRW“-Landesverbandes. Zwar unterhält der Kreisverband seit Mitte März eine eigene Homepage, auf der, wie es damals hieß, „zukünftig aktuell über die politische Arbeit der Bürgerbewegung pro Nordrhein-Westfalen im Kreis berichtet werden wird“. Tatsächlich hatte der Kreisverband aber nicht viel mitzuteilen und kam man über insgesamt sieben Beiträge nicht hinaus – im Durchschnitt alle vier Wochen ein neuer Text. Und seit mehr als acht Wochen herrscht dort sogar totale Funkstille. (ts)

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