NRW: Ex-REP-Landesvorsitzende nennt Parteitag eine peinliche Veranstaltung

HERNE – Eine peinliche Veranstaltung sei der Landesparteitag der „Republikaner“ am vorigen Wochenende gewesen. Das meint jedenfalls deren im Juni ausgetretene ehemalige Landesvorsitzende Ursula Winkelsett.*

Zu jener Veranstaltung, die in Herne stattfand, lieferte sie nun auf ihrer persönlichen Internetseite noch ein paar Details nach, die im Bericht des Landesverbandes nicht zu finden waren.** An dem als Mitgliederversammlung abgehaltenen Parteitag nahmen nach Winkelsetts Schilderung lediglich 30 Mitglieder teil. Bei einem Teil von ihnen zweifelt sie sogar an, dass sie überhaupt stimmberechtigt gewesen seien, da sie offenbar als säumige Beitragszahler gelten. „Einige bekannte Nichtzahler“ hätten jedenfalls mit abstimmen dürfen.

Winkelsett widerspricht auch dem Eindruck, dass der Landesverband an seiner Spitze einen „Generationenwechsel“ vollzogen habe. „Die bisherige Vorsitzende war von Jahrgang 1962 – der neue Vorsitzende wurde ebenfalls in dem Jahr geboren; der bisherige Stellvertreter (Jahrgang 1933) wurde wiedergewählt.“ Von einem Generationenwechsel zu sprechen, sei „eher peinlich“. Auch das Ergebnis bei der Wahl des neuen Landesvorsitzenden Andreas Weber erscheint ihr nicht als Beweis eines echten „Neuanfangs“: Für Weber hätten gerade einmal 17 der anwesenden 30 Mitglieder votiert. Neun Mitglieder stimmten demnach gegen den REP-Funktionär aus Alsdorf, vier enthielten sich.

Verwirrende Äußerungen zur Zusammenarbeit mit „pro NRW“

Winkelsetts Angaben zufolge nahm an der Versammlung auch der geschäftsführende stellvertretende REP-Bundesvorsitzende Johann Gärtner teil. Der Bericht des REP-Landesverbandes erwähnt dessen Anwesenheit nicht; der Bundesverband berichtet bis heute gar mit keinem Wort über den Parteitag. Gärtner habe, so die Darstellung von Winkelsett im O-Ton, zu der Frage von Gesprächen mit „pro NRW“ erklärt,

„dass es eine ,Fusion’ schon rein rechtlich nicht geben könne. Man hoffe bei diesen Gesprächen, dass vielleicht einige PROler ihren Weg zu den Republikanern finden würden und man punktuell gemeinsame Wege bei Wahlen gehen wolle. Es solle aber nicht so sein, dass DIE REPUBLIKANER sich aufgeben wollten“.

Ernst zu nehmen scheint Winkelsett freilich Gärtners angebliche Äußerungen für eine weitere Selbstständigkeit der „Republikaner“ nicht: Dies sei „Blabla, ein Eiertanz“. Auch der neue Landesvorsitzende Weber habe die Frage, ob er für oder gegen eine Zusammenarbeit mit „pro NRW“ sei, nicht eindeutig beantwortet und sei „herumgeeiert“. (ts)

* /nrwrex/2011/06/nrw-winkelsetts-generalabrechnung-mit-ihrer-ex-partei

** /nrwrex/2011/09/nrw-neuer-chef-f-r-republikaner

Meta