NRW: Beisicht und Schlierer sollen gegen NRW-„Republikaner“ einschreiten

LEVERKUSEN/DUISBURG – Wenn bei dem „pro NRW“ sehr nahe stehenden Blog „freiheitlich“ – an dieser Stelle auch gelegentlich als „pro NRW“-Werbeblog bezeichnet – der Parteivorsitzende Markus Beisicht persönlich und geradezu ultimativ zum Handeln aufgerufen wird, muss die Not groß sein. Heute war es der Fall. Bei dem wesentlich von „pro NRW“-Vorstandsmitglied Andreas Molau initiierten Blog macht sich ein Autor Sorgen, dass das Projekt einer Zusammenarbeit zwischen der selbst ernannten „Bürgerbewegung“ aus dem Rheinland und den „Republikanern“ scheitern könnte.

Wie heute Morgen hier an dieser Stelle berichtet*, denken die verbliebenen Reste der NRW-„Republikaner“ offenbar nicht daran, dass Feld für „pro“ kampflos zu überlassen. Ihre Pressestelle kündigte an, man werde bei einer eventuellen Neuwahl des Oberbürgermeisters in Duisburg mit einem eigenen Kandidaten antreten.

„Quertreiber und Verhinderer“

Ein paar Stunden später war die Nachricht auch bei „freiheitlich“ angelangt. Autor „Schreiber“ griff in die Tasten und schimpfte los. Unter der Überschrift „Wann stoppen Schlierer und Beisicht die ewigen Quertreiber und Verhinderer?“ beklagte er sich, schon seit längerer Zeit sei öffentlich kaum noch etwas von Fortschritten im Einigungsprozess zwischen „Republikanern“ und „Pro-Bewegung“ zu vernehmen. Zwar sei der „freiheitlich“-Redaktion  „aus zuverlässiger Quelle bekannt, dass intern weiter Gespräche geführt werden – auch mit anderen potentiellen Partnern – und ein fertiger Fusionsvertrag bereits in der Schublade liegen soll“. Öffentlich aber würden seit Wochen immer stärker die „Quertreiber und Verhinderer“ das Bild dominieren.

Sündenböcke aus Düsseldorf

Zu denen rechnet „Schreiber“ „besonders einige Kräfte im REP-Landesverband Nordrhein-Westfalen“. Sie würden „beinahe schon penetrant“ die Konfrontation mit „pro NRW“ suchen. Der REP-Landesverband habe nichts Besseres zu tun, als Sand ins Getriebe zu streuen. Verantwortlich dafür macht der Autor insbesondere die beiden stellvertretenden Landesvorsitzenden der „Republikaner“, Karl-Heinz Fischer und Andre Maniera, beide aus Düsseldorf. „Aus deren Feder scheinen auch die lächerlich bis peinlich wirkenden Presseerklärungen des REP-Landesverbandes zu stammen..“

„Kritische Phase“

„Schreiber“ fordert nun energisches Handeln: „Wenn die Parteivorsitzenden Rolf Schlierer und Markus Beisicht dieses peinliche Gegeneinander nicht umgehend beenden, dann verliert die im Raum stehende Sammlungsbewegung noch mehr an Glaubwürdigkeit.“ Schon jetzt befinde sie sich in einer „kritischen Phase, wenn nicht endlich konkrete Ergebnisse präsentiert werden“. „Schreiber“ warnt abschließend: „Falls zudem das Gegeneinander im Stammland der Pro-Bewegung nicht beendet werden kann, droht das ganze Projekt zu scheitern.“

„Peinlicher Zickenkrieg“

Wo bereits der „freiheitlich“-Autor nervös zu werden beginnt, fordern die auf der Internetseite regelmäßig kommentierenden „pro NRW“ler ebenfalls Konsequenzen. „Ich bin auch erstaunt, wie lange sich Beisicht von diesen unpolitischen Quertreibern schon auf der Nase tanzen lässt“, notiert „waldemar“, einer von ihnen. „PRO NRW hat lange Zeit gute Miene zum Bösen Spiel in NRW gemacht. Jetzt scheint aber die Schmerzgrenze erreicht worden zu sein!“, schreibt er und fordert, dass REP-Spitzenfunktionäre ein „Machtwort“ in dem „peinlichen Zickenkrieg“ sprechen sollten.

Normalmaß

Ein mutmaßlicher Parteifreund versucht Schlierer auf Normalmaß zu bringen und ihn an der Kandare zu nehmen: Der REP-Chef wisse doch auch, „dass die Republikaner nicht einmal mehr in der Lage sind, für bundesweite Wahlen genügend U-Unterschriften zu sammeln, geschweige denn Wahlkampf zu betreiben. Wenn er also eine zukunftsfähige Lösung will, dann muss er jetzt auch mal den Kurs innerparteilich mit aller Macht durchsetzen.“ Falls ihm das nicht gelinge, „dann kann Schlierer sowieso nichts mehr bewirken und jede weitere Verhandlung mit ihm wäre Zeitverschwendung…“

„VS-gesteuert“

Nicht fehlen darf in der Diskussion selbstredend eine Standard-„Argumentation“, die vermutlich so alt ist wie die extreme Rechte selbst. „Pro NRW“ wäre demnach das Opfer einer Geheimdienstoperation. Für Kommentator „Lazar“ sind jedenfalls jene nordrhein-westfälischen „Republikaner“, die von den Vereinnahmungsversuchen der selbst ernannten „Bürgerbewegung“ nichts halten, schlicht und einfach „VS-gesteuerte Quertreiber“. (ts)

* /nrwrex/2011/10/du-republikaner-wollen-bei-ob-wahl-antreten