D: Neonazis zogen maskiert, mit Fackeln und Böllern durch Kaiserswerth

DÜSSELDORF – „Die Unsterblichen“, so nennen manche Neonazis ihr neues „Demo“-Konzept: Bevorzugt im Schutz der Dunkelheit ziehen sie unangemeldet, Parolen rufend, maskiert und mit Fackeln sowie Feuerwerkskörpern ausgestattet, durch die Straßen eines Stadtteils, der möglichst auch nicht rasch von größeren Polizeikräften zu erreichen ist. Am Dienstagabend war eine solche Neonazitruppe in Düsseldorf-Kaiserswerth unterwegs, einem Stadtteil weit im Norden der Landeshauptstadt.

Gegen 22 Uhr zogen sie dort durch die Straßen. Augenzeugen sprechen von einigen Dutzend, die Neonazis selbst von über 80 Teilnehmern. Die mit weißen Masken ausstaffierten Neonazis zündeten unterwegs Böller und brannten bengalische Feuer ab. Dabei sangen sie das Hitlerjugend-Lied „Ein junges Volk steht auf“ und grölten Parolen wie „Alles für Volk, Rasse und Nation“.

„Dasselbe Streben von damals“

„Klasse Aktion, schön mal was aus Düsseldorf zu hören und das zu einem solch geschichtsträchtigen Datum!“, jubelte ein Neonazi in einem einschlägigen Forum. In der Tat war das Datum am Vorabend des 9. November offenbar nicht zufällig gewählt. Auf einer Internetseite der Szene, die auch Fotos von der Aktion veröffentlichte, heißt es in Anspielung auf den „Hitlerputsch“ vom 8. und 9. November 1923, mit der Aktion in Düsseldorf habe man „wahrscheinlich an die erste Erhebung der jungen nationalsozialistischen Bewegung und deren Blutzeugen erinnern“ wollen: „Dasselbe Streben von damals nach einem freien, geeinten und gerechten Reich der Deutschen führt auch heute noch junge, treue Deutsche raus auf die Straße – so wie gestern. Auch wenn die Form und Mittel nicht mehr dieselben sind, der Geist bleibt es.“ (ts)

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