K: Ein fehlender Ratsherr und ein geräumtes Büro

KÖLN – Wenn ein Ratsmitglied zweimal hintereinander bei den Sitzungen dieses Gremiums fehlt, muss das nicht zwingend etwas Politisches zu bedeuten haben. Etwas anders verhält sich die Sache, wenn dieses Ratsmitglied selbst zuvor per Facebook Hinweise darauf geliefert hat, dass es in seiner Fraktion gehörig knirscht.

Die Rede ist von „pro Köln“-Stadtratsmitglied Bernd M. Schöppe. Er fehlte sowohl im Oktober als auch gestern im Rat der Domstadt. Begründen mochte er auf Anfrage von „NRW rechtsaußen“ seine Abwesenheit nicht. Den Hintergrund erhellen könnte eventuell eine Diskussion, die im September auf einer seiner Facebook-Seiten geführt wurde. Dort berichtete Schöppe selbst, er habe „die restlichen persönlichen Sachen“ aus seinem Büro bei der „pro Köln“-Fraktion geräumt, „nachdem freundliche Kollegen ungefragt und -gebeten in meiner Abwesenheit den Großteil schon in Kisten und Säcke verstaut sowie im Flur abgestellt haben“. Er könne froh sein, „daß nicht alle alles machen, sonst wären meine Sachen wohl auf der Kippe gelandet!“, wusste Schöppe zu berichten. In der Fraktion sei er „noch“ Mitglied. Aber es sei ihm „zu Ohren gekommen, daß der Fraktionsgeschäftsführer mit meinem Austritt kein Problem hätte: ,Lieber jetzt als in zwei Jahren’, soll er gesagt haben“.

"Zersetzung pur"

Nicht zum ersten Mal klagte Schöppe über die Umgangsformen bei „pro Köln“ bzw. „pro NRW“. Bereits im Sommer hatte er bei Facebook notiert: „Es gibt doch tatsächlich Funktionäre bei pro NRW, die sich um einen Austritt von Bernd M. Schöppe bemühen.“ Er witterte damals „Zersetzung pur“. Wen er hinter der angeblichen Kampagne gegen seine Person vermutete, mochte er nicht verraten – er beließ es seinerzeit bei Andeutungen: „Das kann ich nicht schreiben, ist zu irre! Unter anderem einer, mit dem ich seit über 20 Jahren zusammenarbeite.“ (rr/ts)

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