K: Neonazis planen noch in diesem Jahr Demonstration in der Domstadt

KÖLN – Neonazis planen eine Demonstration in der Domstadt. Man werde „noch in diesem Jahr öffentlich in Köln gegen die ausufernde Medienhetze und Polizeirepression demonstrieren“, drohen die Neonazis vom „Freien Netz Köln“. Vorausgegangen war gestern Abend eine Saalveranstaltung, bei der die braunen „Kameraden“ ohne ihren Hauptreferenten auskommen mussten.

In Köln auftreten sollte der US-Amerikaner David Duke, der sich in der Szene durch seine frühere, führende Mitgliedschaft im Ku-Klux-Klan sowie durch antisemitische und rassistische Äußerungen einen Namen gemacht hat. Dem „Freien Netz Köln“ war es nach eigenen Angaben gelungen, Duke in Zusammenarbeit mit der „Kameradschaft Sturm Rhein-Sieg“ und dem in der „Bildungs-“ und Schulungsarbeit der extremen Rechten aktiven Diplom-Politologen Werner Keweloh als Redner der Veranstaltung zu gewinnen.

Doch zu seinem Auftritt kam Duke am Freitagabend nicht, da dies die Polizei nach Angaben der darüber empörten Neonazis verhinderte: Duke sei zuvor unter Hinweis auf ein gegen ihn verhängtes Einreiseverbot festgenommen worden. Die angeblich etwas mehr als 60 Zuhörer „aus den Reihen des Nationalen Widerstandes und Vertreter national-konservativer Kreise“ im Saal mussten sich dem Bericht zufolge mit anderen Rednern begnügen: Johann Thießen von den „Russlanddeutschen Konservativen“, Paul Breuer vom „Freien Netz Köln“, einem „bekannten Aktivisten aus dem Rhein-Sieg-Kreis“ sowie Axel Reitz aus Pulheim. (ts)