LIP: Kameraden auf Tour

LEOPOLDSHÖHE – Seit Jahrzehnten ist Klaus Hoffmann aus dem niedersächsischen Bad Bevensen in der extremen Rechten und in neonazistischen Strukturen aktiv. Unlängst machte er sich im Kreis von alten Militär-Kameraden ein paar schöne Tage in Ostwestfalen.

Mit seiner „Kameradschaft ehemaliger Unteroffiziere, St u. Kp PzLehrBrig 9“ kam der langjährige NPD-Funktionär – wie erst jetzt bekannt wurde – im September in Leopoldshöhe bei Bielefeld zusammen. Auf dem Programm der „Kameradschaft“ stand auch ein „Besuch der Bw in der GFM- Rommel-Kaserne in Augustdorf“. Bei der Bundeswehr wurde man schon erwartet. Für die Besichtigung von „Waffen und Gerät“ stand ein „StFw“, sprich: Stabsfeldwebel, zur Verfügung.

Die „Kameradschaft“ unter Führung Hoffmanns durfte, nachdem sie zu einem „schmackhaftem Mittagessen“ eingeladen worden war und nach einer Vorstellung des Standorts von 1935 bis heute, sogar mit Hilfe der Bundeswehr etwas Krieg spielen. Die „Kameraden“ bekamen laut eigenem Bericht „Erklärungen der Simulationsanlagen mit praktischen Übungen“.

„Geheimnis unserer Kultur“

Aber auch kulturell und ideologisch wurde den angereisten „Kameraden“ etwas geboten. Besuche des Hermannsdenkmals und der Externsteine standen auf dem Programm. Als „ein in Stein gemeißeltes Geheimnis unserer Kultur, über dem der Schleier der Zeit liegt“, werden in einem Veranstaltungsbericht der „Kameradschaft“ die Externsteine präsentiert. „Steinzeitliche Großskulpturen, keltisch-germanische Kulturstätte und Sternwarte, vielleicht sogar der Ausgangspunkt für den Aufstand unter dem Germanenfürsten Arminius (Hermann)“, so die schwülstige Einschätzung der Steine in einem Bericht über das Wochenende.

Zwar gibt es weder für die Großskulpturen, noch für die keltisch-germanische Kulturstätte oder gar die Sternwarte archäologische Beweise, aber alle diese Theorien gehören zum Standardrepertoire der extremen Rechten. Sie fantasiert sich so in die Kontinuität einer uralten, kulturell hochstehenden Herrenrasse.

„Hilfswerk Ost“

Und zu dieser extremen Rechten gehört Klaus Hoffmann, der Organisator des Treffens. Er war „Gauführer“ der 1994 verbotenen „Wiking-Jugend" in Niedersachsen, einige Jahre Mitglied im Landesvorstand der niedersächsischen NPD und in Soltau-Fallingbostel und Bad Bevensen als Kommunalpolitiker für die NPD aktiv. Heute ist Hoffmann Vorsitzender des „Freundschafts- und Hilfswerks Ost“. Das „Hilfswerk“, das sich zum Ziel gesetzt hat, das „Deutschtum“ in den ehemals deutschen Ostgebieten zu erhalten, wurde aus Kreisen der NPD gegründet. Wichtige Funktionäre kamen zumeist aus der NPD.

Die Bundesregierung bezeichnete das „Hilfswerk“ als „der NPD nahe stehend“, auch im Verfassungsschutzbericht fand es schon Erwähnung. (K.N.)