Nebenbei: Arbeitsnachweise rechtsaußen

KÖLN/BOCHUM - Neonazis aus Nordrhein-Westfalen mobilisieren für eine Demonstration, die am morgigen Samstag im rheinland-pfälzischen Remagen stattfinden soll.* „Parteifreie“ Vertreter der extremen Rechten dokumentieren schon seit Wochen ihre Aktivitäten im Vorfeld der von NRW-Neonazis mitorganisierten Veranstaltung.

Da werden Parolen an Stromkästen und Bahnhofsunterführungen geschmiert, Plakate an Hauswände geklebt, Flugblätter in Briefkästen gestopft. Aktiv sind auch Kölner Neonazis. Sie beweisen auf ihrer Internetseite, wie sehr.

14 Briefkastenanlagen dokumentieren sie aktuell per Foto, die sie mit Propagandaflyern bestückt haben. „Show as slideshow“, heißt es einladend, aber wenig arisch-germanisch-teutsch auf ihrer Weltnetzseite. Wir sind der Aufforderung nicht gefolgt. Jeder Diaabend mit Bildern aus dem letzten Urlaub von Hinz und Kunz ist aufregender als die domstädtische Briefkastensammlung - auch wenn wir dann doch beeindruckt sind, dass sich so viele verschiedene Briefkästen nächtens ablichten lassen.

Stattdessen sind wir einem per Facebook verbreiteten Hinweis der NPD nachgegangen. Sie tat kund: „Auch die NPD im Rat Bochum bewirbt das Gedenken an die deutschen Opfer auf den Rheinwiesen.“

Ein Computerausdruck, an die Tür des Büros von NPD-Ratsherr Claus Cremer gepappt. Cremers „Nationaler Widerstand“ ist nicht mehr aufzuhalten. Seine „parteifreien“ Kameraden, mit denen er jahrelang auf das Engste zusammenarbeitete, könnten sich freilich die Frage stellen, ob es das ist, was gemeint ist, wenn die NPD neuerdings eine „seriöse Radikalität“ propagiert. Also Hände weg von Stromkästen, Buswartehäuschen, Bahnhofsunterführungen und Hauswänden? Tesafilm auf der Bürotür tut es je auch?

* http://www.bnr.de/artikel/aktuelle-meldungen/trauermarsch-fuer-die-opfer-angeblicher-nachkriegsverbrechen

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