NE: Rechtsterrorismus möchte „keiner gerne haben“ und findet auch „kein Mensch schön“

DORMAGEN – Wer wissen will, wes Geistes Kind – oder besser: Ungeistes Kind – der eine oder andere Funktionär von „pro NRW“ ist, wird zuweilen auf der Internetseite der Dormagener Filiale der selbst ernannten „Bürgerbewegung“ fündig. Dort plappert Norbert Back, der „pro NRW“-Bezirksvorsitzende am Niederrhein, vor sich hin, wie ihm der Schnabel gewachsen ist.

Sehr häufig haben Backs Beiträge für ihn selbst und für „pro NRW“ als solches den Vorteil, dass es schwer fällt, überhaupt zu verstehen, was er sagen will. Abrupte Gedankensprünge, eine eigenwillige Grammatik und Orthographie versperren oft den Zugang zum Gemeinten.*

„Gespielte Szenerie“

Am Donnerstagabend nach der Ratssitzung in Dormagen hat sich Back wieder einmal zu Wort gemeldet. Einleitend zu jener Sitzung hatte Bürgermeister Peter-Olaf Hoffmann zum Thema Rechtsextremismus und Rechtsterrorismus Stellung genommen. „Hoffmann hatte die fremdenfeindlich motivierten Morde der Zwickauer Terrorzelle zum Anlass genommen, eindringlich zur Toleranz gegenüber anderen Kulturen und zur Integrationsarbeit aufzurufen“, berichtete die Westdeutsche Zeitung.** Back – und diesmal versteht man ihn dann doch – hat das nicht gefallen. Es habe sich um eine „gespielte Szenerie“ gehandelt, befindet er. Hoffmann hätte aus seiner Sicht besser den Mund gehalten: „Es ist schon eine große Frechheit über etwas zu sprechen und zu beurteilen, wo noch nicht einmal feststeht, ob es wirklich so gewesen ist.“

„Solche Vorkommnisse“

Back fährt fort und meint nun vermutlich nicht mehr den Bürgermeister, sondern Rechtsterrorismus: „Wir wollen dieser Sache keinerlei Gutes andichten, so etwas ist nicht zu entschuldigen. So etwas möchte keiner haben.“ Nachdem wir nun wissen, dass auch er Terrorismus nicht haben mag, wendet er sich umso energischer wieder Hoffmann zu: „Es ist eine Schande wie ein Bürgermeister über ein Thema spricht, wo der eigentlich Schuldige noch gar nicht feststeht, oder wo bewiesen ist, wer es denn nun eigentlich gewesen ist.“ Zynisch ruft Back Hoffmann hinterher: „Bei seiner Rede war es dem Bürgermeister fast nicht mehr möglich zu sprechen, so mitgenommen war er oder so sollte es jedenfalls aussehen.“ Und das traf nach seiner Beobachtung nicht nur auf das Stadtoberhaupt zu, wie Back weiter höhnt: „Auch die anderen Redner Komparsen waren so geschockt, dass Sie fast nicht reden konnten.“

Der „ganze Politkaste um Bürgermeister Hoffmann aus CDU, FDP, SPD, Grüne, Zentrum und auch dem BFD“ unterstellt er indirekt ein Bedauern, dass es in Dormagen keine rechtsterroristischen Taten – Back nennt sie „solche oder ähnliche Vorkommnisse“ – gegeben habe: „Das scheint diese Damen und Herren aufs Äußerste zu ärgern.“

Rechte Karriere

Das Wort „Mord“ nimmt er dann doch einmal im Zusammenhang mit rechter Gewalt in den Mund. 47 solche Morde seien für den Zeitraum von 1995 bis 2009 in der Sitzung „aufgezählt“ worden, schreibt er und stammelt: „Natürlich ist, dass eine Sache die kein Mensch schön findet.“ Der Experte für das Schöne hat es bei „pro NRW“ weit gebracht: Er ist Beisitzer im Landesvorstand, Bezirksvorsitzender am Niederrhein, stellvertretender Kreisvorsitzender im Rhein-Kreis Neuss, Fraktionsgeschäftsführer der Dormagener „pro NRW“-Ratsfraktion und Vorstandsmitglied der „Kommunalpolitischen Vereinigung der Pro-Bewegung“. (rr)

* /nrwrex/2011/12/fundsachen-liv-rechtspopulistischer-halbsprach-anarchist

** http://www.wz-newsline.de/lokales/rhein-kreis-neuss/dormagen/haushalt-opposition-spart-nicht-mit-kritik-1.849013

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