Artikel aus dem Ressort Extreme Rechte

„Collegium Humanum“ trotz Verbot weiterhin aktiv

Am Morgen des 7. Mai 2008 wurden die Fenster und Türen des „Collegium Humanums“ (CH) in der ostwestfälischen Kleinstadt Vlotho zugemauert, nachdem die Räumlichkeiten zuvor von der Polizei durchsucht worden waren. Innenminister Wolfgang Schäuble hatte den Verein „Internationales Studienwerk Collegium Humanum e.V.“ sowie die Unterorganisationen „Bauernhilfe e.V.“ und „Verein zur Rehabilitierung der wegen Bestreitens des Holocaust Verfolgten“ (VRBHV) verboten. Das CH war über Jahrzehnte eine der zentralen Bildungsstätten der extremen Rechten in Deutschland und in den letzten Jahren zunehmend Ausgangspunkt Holocaust-leugnender Kampagnen. Doch auch fünf Jahre nach dem Verbot setzen die AkteurInnen des CH ihre Aktivitäten fort. Ein aktueller Überblick.

Das Tonstudio des „Sleipnir“-Frontmanns

Ein Tonstudio mit zertifiziertem Audioingenieur, Referenzen von Bands und Bilder eines Karaoke-Tags der Grundschule Süd-Bielefeld: All das zeigt die Website des „Bandhouse-Studios“ im ostwestfälischen Verl (Kreis Gütersloh). Hinter dem Tonstudio steht Marco Bartsch, Sänger und Leader der Band „Sleipnir“ und besser bekannt unter seinem früheren Namen: Marco Laszcz.

Die Bonner Zeitschrift „Etappe“

Seit 1988 erscheint in Bonn die Zeitschrift „Etappe“. Das schwarze Heft im Buchformat mit dem Untertitel „Zeitschrift für Politik, Kultur und Wissenschaft“ kommt dabei optisch recht unscheinbar daher. Inhaltlich ist die „Etappe“ – benannt nach dem Versorgungsraum hinter der Front – aber starker Tobak.

Die Kleinstpartei „Der III. Weg“

Mit der Gründung der Partei „Der III. Weg“ Ende September kommt es in Rheinland-Pfalz zu einer Organisierung der extremen Rechten jenseits der NPD und der Strukturen der „Freien Kameradschaften“. Entstanden ist die Kleinstpartei aus den Streitigkeiten innerhalb der rheinland-pfälzischen NPD, doch das Konzept scheint auch überregional auf Interesse zu stoßen. 

Ein Rückblick auf fünf Jahre „Rheinwiesenlagerkampagne“

Am 23. November marschierten zum fünften Mal in Folge Neonazis durch das rheinland-pfälzische Remagen. Mit rund 230 Teilnehmenden gelang es den Neonazis, zum fünfjährigen Bestehen der „Rheinwiesenlagerkampagne“ deutlich mehr Neonazis nach Remagen zu mobilisieren als noch im Vorjahr. Anlass genug, um Bilanz zu ziehen und die Hintergründe und Entwicklungen der Aktivitäten rund um den alljährlichen „Trauermarsch“ in Remagen zu beleuchten. 

Neonazi unter der Lupe: Markus Walter

Markus Walter weist mittlerweile eine rund 20-jährige „Karriere“ in der extremen Rechten auf. Diese reicht vom militanten Neonazismus Anfang der 1990er Jahre hin zum heutigen Parteifunktionär der NPD. Im Juli 2013 wurde Walter zum rheinland-pfälzischen Landesvorsitzenden gewählt.

Zum Abschneiden extrem rechter Parteien bundesweit und in NRW

In den letzten zwei Jahren war es fast schon zum Ritual geworden: Kaum waren bei einer Landtagswahl die Stimmen ausgezählt und die NPD-Akteure als Verlierer vom Platz geschickt, hob auf den Internetseiten der Szene und in Facebook-Einträgen die Kritik an Parteichef Holger Apfel an: Dessen „seriöse Radikalität“ sei zu lasch; im Grunde genommen sei der Vorsitzende eher der Totengräber der NPD. Nach der Bundestagswahl aber herrschte erst einmal weithin Ruhe.

Landtagswahl in Hessen und Bundestagswahl in Hessen und Rheinland-Pfalz

Trotz des desolaten Zustands der Partei hat die NPD bei der hessischen Landtagswahl gut 11.000 Stimmen hinzugewinnen und ihr Ergebnis von 0,9 auf 1,1 % steigern können. Sie kommt damit in den Genuss staatlicher Parteienteilfinanzierung. Bei der zeitgleichen Bundestagswahl kam die NPD in Hessen und in Rheinland-Pfalz ebenfalls auf jeweils 1,1 Prozent.

Terror-Truppe oder Reste-Rampe?

„Alle Bestandteile, die zum Rechtsterrorismus führen können, vor allen Dingen die Bewaffnung“ sieht Wolfgang Wieland, Obmann der „Grünen“ im NSU-Untersuchungsausschuss, bei der Organisation „Neue Ordnung“ (NO) gegeben. Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe ermittelt wegen Gründung einer terroristischen Vereinigung. Doch was und wer ist die „Neue Ordnung“ eigentlich?

Das „Freie Netz Hessen“ zwischen Größenwahn und Jammerei

Zum stolzen Gewinner des Gewinnspiels der Monatsschrift des „Freien Netzes Hessen“ (FNH) wird im April Florian W. gekürt. Er konnte die spannende Frage beantworten, wie schwer die Aufkleber aller Auflagen der „Israel mordet!-Kampagne des FN Hessen“ insgesamt waren. Eine kreative und ansprechende Aktion, könnte man meinen – wäre der Gewinner nicht auch gleichzeitig einer der Macher_innen der Monatsschrift.