Artikel aus dem Ressort Rezension

Der NSU-Prozess neigt sich seinem Ende zu. Wenig überraschend vertrat die Staatsanwaltschaft in ihrem Plädoyer nach wie vor die These, beim NSU habe es sich um das Trio Zschäpe, Mundlos und Böhnhardt gehandelt.

„Er verlor nie den Glauben an seine Landsleute im couragierten Streit für Menschenrechte und die nationale Unabhängigkeit der Ukraine gegen die Zwillingstyranneien des Nazismus und des Kommunismus“: Diese Worte richtete US-Präsident Ronald Reagan an die Witwe Jaroslav Stetzkos, als dieser am 5. Juli 1986 auf dem Münchner Waldfriedhof begraben wurde.

Die Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS) hat 2015 die Präsidentschafts- und Parlamentswahl gewonnen. Seitdem demontiert die neue Regierung systematisch demokratische Grundrechte und Institutionen.

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„Frei.Wild - Südtirols konservative Antifaschisten“

Klaus Farin, dessen Name untrennbar mit dem Berliner „Archiv der Jugendkulturen“ verbunden ist, publizierte jüngst ein Buch über die populäre Deutschrock-Band Frei.Wild. Entstanden ist ein Fan-Buch, das den provokanten Titel „Frei.Wild - Südtirols konservative Antifaschisten“ trägt und wenig Erhellendes zu bieten hat.

Versuch einer „grafischen Reportage über rechten Terror“

Mit Unterstützung des Zeichners Jan Feindt hat der Journalist David Schraven, Leiter des Recherchebüros CORRECT!V, seine Rechercheergebnisse zur militanten Neonazi-Szene im Ruhrgebiet in einer ungewöhnlichen Form vorgelegt. „Weisse Wölfe“ ist, so der Untertitel, „eine grafische Reportage über rechten Terror“.

Im Verlauf des vergangenen Jahres ist eine ganze Reihe von Studien und Broschüren zur Alternative für Deutschland (AfD) erschienen. In „Die Rechten ‚Mut’-Bürger“ haben der Sozialwissenschaftler Alexander Häusler und der Journalist Rainer Roeser nun im Wesentlichen die Ergebnisse zusammengefasst, die sie bereits in ihren gemeinsam erarbeiteten Studien für den DGB und die Heinrich-Böll-Stiftung präsentiert haben. Herausgekommen ist ein informativer Überblick über die Entstehung, die Positionen und den politischen Kontext der AfD.

Die größten extrem rechten Demonstrationen nach 1945, etwa die Proteste gegen die „Wehrmachtausstellung“ oder die Rudolf-Heß-Märsche, beschäftigten sich allesamt mit geschichtspolitischen Themen. Auch jenseits dieser Groß­events nimmt der historische Rückbezug eine zentrale Stellung für die extreme Rechte ein, wie der neue Sammelband herausstellt.