Artikel aus dem Ressort Schwerpunkt

Interview mit dem „Purple Sloth Studio“

Neben den großen finanzkräftigen Publishern, deren Spiele sehr viele kennen oder selbst spielen, gibt es auch unabhängige Spiele­ent­wick­ler*innen, die mit unterschiedlicher Reichweite und Bekanntheit eigene Spiele publizieren. Mit einem solchen Kollektiv hat LOTTA gesprochen, um herauszufinden, wie es mit einem emanzipatorischem Blick auf Gaming aussieht.

Inszeniert wie ein Ego-Shooter

Der Rechtsterrorist von Halle inszenierte seinen Anschlag in einem Livestream wie ein Ego-Shooter, wobei der Täter zum Single-Player wird. Die Zielgruppe ist ein internationales extrem rechtes Publikum aus Gamern und Nutzern von Imageboards.

„Gamergate“, toxische Szenen und die extreme Rechte

Der Münchner OEZ-Schütze, der Christchurch-Attentäter oder der Mörder aus Halle — wir haben es mit einem neuen extrem rechten Tätertypus zu tun. Die Täter sind Teil einer toxischen Netzkultur, die Gaming-Szene spielt eine wesentliche Rolle. Warum ist die Spiele-Szene so anziehend für diese toxische Gemeinde?

Der Diskurs um Gaming und extrem rechten Terror

„Man muss genau hinschauen, ob es noch ein Computerspiel ist, eine Simulation oder eine verdeckte Planung für einen Anschlag“, meinte Innenminister Horst Seehofer im Oktober 2019 nach dem rechten Anschlag in Halle. „Und deshalb müssen wir die Gamerszene stärker in den Blick nehmen.“ Dafür hagelte es Kritik und Spott, dennoch war die bestimmende Debatte der nächsten Wochen: Ist „die Gaming-Szene“ der aktuelle Nährboden für rechten Terrorismus?

Eine Einleitung in den Schwerpunkt

Welche Rolle spielt Gaming in extrem rechter Politisierung oder gar in der Radikalisierung hin zu neonazistischem Terror? Fragen wie diese werden diskutiert, seit mehrere Anschläge von Tätern begangen wurden, die eine Affinität zu Gaming aufweisen und deren Taten sowie Tatbekenntnisse Bezüge zu Games, Online-Kulturen und -Szenen aufweisen.

Die korporationsstudentischen Verbände und der 30. Januar 1933

Der akademische Rechtsextremismus ist zwar ein aktuelles, aber kein neues Phänomen. Seine Ursprünge reichen, wie die der extremen Rechten insgesamt, zurück bis in die letzten Jahrzehnte des 19. Jahrhunderts, geistes- und ideengeschichtlich sogar bis in die Zeit der politischen Romantik und der beginnenden deutschen Nationalbewegung ab der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts.

Die „Deutsche Gildenschaft“ (DG)

Weitgehend unbemerkt von einer kritischen Öffentlichkeit existiert neben der „Deutschen Burschenschaft“ (DB) noch ein zweiter extrem rechts dominierter verbindungsstudentischer Dachverband im deutschsprachigen Raum: Die „Deutsche Gildenschaft“ (DG), deren Mitgliedsbünde sich „Deutsche Hochschulgilden“ (DHG) nennen. Im Gegensatz zur DB ist die DG kleiner, verschlossener, aber kein Männerbund: Seit 1958 nimmt sie auch Frauen auf.

Die Rolle von Korporierten in den Parlamenten

Die Anzahl korporierter Bundestagsabgeordneter hat zugenommen. Vor allem in der „Alternative für Deutschland“ (AfD) haben Verbindungsstudenten, allem voran Burschenschafter, ein Betätigungsfeld gefunden. Das Ziel einer Burschenschafterpartei ähnlich der österreichischen FPÖ ist zwar noch ein gutes Stück entfernt; die Möglichkeiten für Korporierte, Einfluss auf die Parlamente auszuüben, scheinen jedoch so gut zu sein wie lange nicht mehr.

Das Netzwerk der „Deutschen Burschenschaft“ in der extremen Rechten

Für die Frage, welche Rolle die „Deutsche Burschenschaft“ als Organisation innerhalb der extremen Rechten einnimmt, eignet sich am Besten ein analytischer Blick auf das Netzwerk. Dadurch können Effekte, komplexe Verbindung und Taktiken, aber auch Konflikte und Bruchlinien genau analysiert und Gegenstrategien entwickelt werden.

Im Netzwerk der extremen Rechten

Dass Studentenverbindungen ein Hort der Reaktion sind, ist hinlänglich bekannt. Eine gewisse Zeit lang hatte man hoffen können, dass sich diese aus der Zeit gefallene männerbündische Form der Vergesellschaftung von allein erledigen würde, so sehr waren sie ins Feld gesellschaftlicher Irrelevanz gerückt. Diese, wenn auch schon immer naive Hoffnung hat sich seit dem Aufstieg der AfD und ihren Wahlerfolgen zerschlagen. Zeit, sich die Studentenverbindungen und ihre Rolle im Netzwerk der völkisch-autoritären Sammelbewegung näher anzuschauen.