Artikel aus dem Ressort Schwerpunkt

Foto: Ultras Aachen
Der Machtkampf um die Vorherrschaft in den Stadien

In vielen Stadien kommt es zu Machtkämpfen zwischen antirassistischen Ultras und einer Mischszene aus rechten und rechtsoffenen Hooligans und Ultras. Immer mehr Ultras haben Schwierigkeiten, sich gegen die oftmals körperlich überlegenen Hooligans zu wehren. Viele Vereine schauen untätig zu.

Rechte MSV-Fans und Neonazis machen mobil

Am 9. Oktober 2013 stürmte im Anschluss an das Heimspiel gegen den 1. FC Saarbrücken eine etwa 20-köpfige Gruppe auf den MSV-Treffpunkt am Fan-Container zu und attackierte dort gezielt Mitglieder der antirassistischen Ultragruppierung „Kohorte Duisburg“. Laut Augenzeug_innen wurden mehrere Personen verletzt: ausgeschlagene Zähne, angebrochene Rippen und Prellungen. Auslöser der Gewalt soll ein Spruchband gewesen sein, mit dem sich die Ultras von „Kohorte Duisburg“ mit den „Ultras Braunschweig“ solidarisiert hatten.

Sexismus und Antisexismus im deutschen Männer-Fußball

Das Fußballstadion gilt bis heute als eine der letzten männlichen Bastionen. Die assoziative Verbindung von Fußball und Männlichkeit ist tief im gesellschaftlichen Bewusstsein verankert. Dabei ist es nicht nur der gesellschaftliche Blick auf den Fußball, der Frauen die gleich­berechtigte Teilhabe an Fußball-Fankulturen erschwert.

Interview mit der Autorin Nicole Selmer

Zur Bedeutung von Homophobie in Fußball-Fanszenen sprachen wir mit der Hamburger Journalistin und Autorin Nicole Selmer, selbst Fan von Borussia Dortmund. Sie schreibt zu Fankultur, Fußball, Antidiskriminierung und Politik, unter anderem für das österreichische Fußballmagazin ballesterer, und engagiert sich im Netzwerk „F_in Frauen im Fußball“.

Zuwanderung und antiziganistische Hetze

Im Kontext der Ausdehnung des Freizügigkeitsabkommens auf Bulgarien und Rumänien ab 2014 geistern Schreckensbilder unkontrollierbarer Armutseinwanderung aus Südosteuropa in Deutschland umher. Dabei geraten besonders zugewanderte Roma in das Zielfeuer rassistischer Hetze. 

Reaktionen auf die Zuwanderung in Duisburg

Mit dem Begriff „Problemhaus“, wahlweise auch „Roma-Haus“, wird in Duisburg seit einiger Zeit ein siebenstöckiges Gebäude „In den Peschen“ im Stadtteil Bergheim assoziiert. Wie ist es dazu gekommen? Hintergründe zu den Geschehnissen der letzten Monate rund um dieses Haus. 

Interview mit Antifas aus Duisburg

Im Sommer 2013 verschärfte sich die Situation rund um das Haus „In den Peschen“ in Duisburg erheblich. Da rassistisch motivierte Übergriffe auf das Haus befürchtet wurden, gründete sich eine Nachtwache, an der Personen aus unterschiedlichen antifaschistischen und antirassistischen Zusammenhängen beteiligt waren. Wir sprachen mit Mitgliedern der „Initiative gegen Duisburger Zustände“ über ihre Erfahrungen.

Auswirkungen neonazistischer Raumnahme

In der Linken gehört der Begriff „Freiraum“ schon lange zum Diskurs; „Freiräume“ werden immer wieder mit Nachdruck gefordert. Der Begriff dürfte tatsächlich für die meisten Menschen etwas Positives bedeuten: ein Raum, in dem vieles möglich ist, der gefüllt werden und in dem man sich entfalten kann. Was aber, wenn auch Nazis „Freiräume“ fordern – oder sie gar schon zur Verfügung haben? Was sind solche Freiräume? Und was bedeuten sie für die Neonazis einerseits, für potenziell von ihnen Betroffene andererseits?

Der Umgang von Betroffenen mit Orten rechter und rassistischer Gewalt

Die Ausstellung „Berliner Tatorte“ der Berliner Beratungsstelle für Opfer rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt „ReachOut“ zeigt Fotos von alltäglichen Orten: einen Straßenzug mit Cafés, den Eingang zu einer U-Bahn-Station oder ein Mehrfamilienhaus. An diesen Orten wurden Menschen aus rassistischen und rechten Motiven angegriffen. Hintergrund dieses Artikel ist ein Gespräch, das die Autorin mit Sabine Seyb, einer Mitarbeiterin von ReachOut, über die Intention der Ausstellung und über Bezeichnungen für „diese Orte“ führte.

Bedeutung, Strategie und Praxis extrem rechter Raumaneignung

Von jeher war die Existenz gesellschaftlicher Freiräume für die Entwicklung politischer Bewegungen entscheidend. Unter Freiräumen versteht die Bewegungsforschung soziale Orte wie Jugendzentren, Wohngemeinschaften oder Treffpunkte, in denen die Utopien politischer Bewegungen als zeitlich oder territorial begrenzte neue Ordnung ohne staatliche Eingriffe ausprobiert und vorweggenommen werden können.