Artikel aus dem Ressort Schwerpunkt

Eine gendersensible Betrachtung von Distanzierungsprozessen

Welche Rolle spielt die Geschlechtszugehörigkeit im Prozess der Distanzierung von der extremen Rechten? Sicher ist, dass die Bedeutung von Geschlecht nicht als alleinige Erklärung herangezogen werden kann. Sicher ist aber auch: der Gender Gap macht vor der Auseinandersetzung mit Distanzierungsverläufen nicht halt.

Ausstiegshilfe vom Geheimdienst

Seit 2001 verfügt das Land NRW über ein Aussteigerprogramm für Neonazis. Das „HelpLine – aktiv gegen Rechts“ genannte Programm wird seitdem von den Innenministern als wirkungsvolle Maßnahme im Kampf gegen Rechts verkauft. Doch der Erfolg ist zweifelhaft und die Anbindung von Ausstiegshilfe an den Inlandsgeheimdienst Verfassungsschutz grundfalsch. Trotzdem wird das Programm massiv ausgebaut.

Die heikle Frage des Umgangs mit ausstiegswilligen Neonazis

Immer wieder wenden sich Neonazis, die sich von der Naziszene distanzieren, an Antifa-Gruppen. Auch wenn kein direkter Kontakt vorliegt, müssen sich Antifaschist_innen zu (angeblichen) Austeiger_innen positionieren. Beide Situationen erfordern komplexe Entscheidungen. Wie können und wollen Antifaschist_innen damit umgehen?

Trivialitäten und Komplexitäten von Distanzierungsprozessen

Immer schon hat es Menschen gegeben, die der extremen Rechten beziehungsweise dem Neonazismus den Rücken kehrten, und dies stets in unterschiedliche Richtungen. Ein Teil fand den Weg in bürgerlich-konservative Kreise, ein anderer Teil „wechselte die Seiten“, der größte Teil verschwand – politisch gesehen – schlicht in der Versenkung.

Geläuterte, Opfer und Rebellen. Der Mythos Ausstieg

AussteigerInnen umweht der Dunst von Gefahr und moralischer Überlegenheit. Schaut man genauer hin, bleibt oft wenig davon übrig. Dabei ist nicht nur die Motivation mancher AusteigerInnen zweifelhaft, auch jene, die sie der Öffentlichkeit präsentieren, schieben für eine gute Geschichte gerne mal jegliche Skepsis beiseite.

Wohnungslose als Feindbild und Propagandaobjekt der extremen Rechten

Obwohl sich neonazistische Gewalt im erheblichen Maße gegen Wohnungslose richtet, ist wenig darüber bekannt, wie sich die extreme Rechte zu Obdachlosigkeit und den davon Betroffenen artikuliert. Wie positionieren sich NPD und „Freie Kameradschaften“ zur Obdachlosigkeit? Was singen RechtsRock-Bands zu diesem Thema?

Foto: Herby Sachs, version-foto.de
Wohnungs- und Obdachlose als vergessene Opfer rechter Gewalt

In der öffentlichen Wahrnehmung rangieren Wohnungslose und ihre Lebensumstände unzweifelhaft ganz weit unten. Die generell fehlende Aufmerksamkeit führt häufig auch zu einer Nichtbeachtung der Gewalttaten gegen Obdachlose und der dahinter stehenden Motive. Häufig wird das rechte Motiv bei Gewalt bis hin zum Mord an wohnungslosen Menschen gar nicht erkannt oder thematisiert. Damit wiederholt sich selbst im Tod die Marginalisierung zu Lebzeiten.

Gewalt gegen Wohnungslose

In der Auseinandersetzung mit (rechter) Gewalt gegen Wohnungslose zeigen sich institutionelle und gesellschaftliche Problemfelder, die eine umfassende und kritische Bearbeitung erfordern. Gewalt gegen Wohnungslose muss dabei in den gesellschaftlichen Fokus rücken und ihre Verankerung in rechten Denk- und Handlungsstrukturen wahrgenommen werden.

Diskriminierung und Verfolgung von „Asozialen“ im NS-Staat

Zumindest seien Bettler und Obdachlose von den Straßen verschwunden, heißt es manchmal noch über das „Dritte Reich“. Verschwunden waren diese Menschen tatsächlich: als sogenannte „Asoziale“ in den nationalsozialistischen Haftanstalten und Konzentrationslagern.

Ein Gespräch über antifaschistische Erinnerungsarbeit an wohnunglose Opfer rechter Gewalt

Im öffentlichen Gedenkdiskurs über Opfer rechter Gewalt tauchen Wohnungslose nur am Rande auf. Aber auch in antifaschistischen Zusammenhängen scheint diese Betroffenengruppe wenig Beachtung zu finden. Wir sprachen mit Vertreter_innen des „Polit-Cafés Azzoncao“ aus Bochum und der Koblenzer „Initiative ‘Kein Vergessen’“ über konkrete Erfahrungen in der lokalen Erinnerungsarbeit.