OB: „Noch mehr Gewalt wird folgen“

OBERHAUSEN – 48 Stunden nach den Anschlägen in Norwegen macht sich ein kleines Trüppchen von Neonazis aus Oberhausen an Erklärungs- und Rechtfertigungsversuche. Sie bedienen sich dabei eines über weite Strecken wirr klingenden Textes, den sie von einem rassistischen Hetz-Blog übernahmen und auf ihrer Internetseite veröffentlichten. „Als der einzig offene Weg“ der Szene bleibe „nur Gewalt“, schreibt der Autor.

„Noch mehr Gewalt“ werde folgen, wird in dem Beitrag prophezeit: „Wo und wann, das kann man nicht voraussagen, obwohl viele es versuchen. Man kann auch nicht voraussagen, wo und gegen wen. Vielleicht wird es den Journalismus des Verrats treffen, vielleicht diejenigen, die ihre Aufgabe versäumt und das Volk verraten haben, die unsere Kinder an den Migranten zur Hurerei preisgaben, die die neugekommenen Vergewaltiger nicht daran hinderten.“

Linke, Journalisten und Muslime als Feindbilder

Gleich mehrere Feindbilder zeichnet der Autor. Da sind zum einen die „linksautonomen Kampftruppen, die in den letzten Jahren und Jahrzehnten unbestraft die Linke, Grüne und multikulturalistische Politik mit professioneller Gewaltanwendung den friedliebenden Völkern Europas aufgezwungen haben“. Zum zweiten die Journalisten, die diese Entwicklung unterstützt hätte, „indem sie diese Gewalt verklärten, dem Volk ihre Lügen als Wahrheit herunterwürgten“. Und zum dritten die „islamischen Neuankömmlinge“, die „überall die Moschee-Kasernen erbauten und ihnen den Namen der größten islamischen Christenhasser und Eroberer gaben, ohne dass unsere verantwortlichen Politiker uns dagegen schützten“.

„Nerven verloren“

„Unter diesen Umständen“ sei es nur eine Frage der Zeit gewesen, „wann der erste der Einheimischen durchdreht, wann die erste Knatsche kommt“, schreibt der Autor, der beteuert, dass „Islamkritiker“ eigentlich doch „im Grunde friedliebende Menschen“ seien, denen eine Gewalteskalation aufgezwungen werden solle.

Er schafft es auch, sich nicht nur ganz allgemein in die „Logik“ des Täters von Norwegen hineinzuversetzen, sondern sogar in die der konkreten Planung des Massakers und der Auswahl der Opfer. „Ihr habt jahrelang in Gewalt geschwelgt, ihr habt eure Steinewerfer-Demos und Terroristen-Kundgebungen jedes Mal wie ein Abenteuer genossen“, schreibt er, ohne zu präzisieren, wen er mit „ihr“ genau meint. Er fährt dann aber fort: „Es waren meist diese ,Kinder’, die jetzt in Oslo daran glauben mußten, weil einer die Nerven verlor.“ (ts)

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