Artikel aus dem Ressort Extreme Rechte

Foto: Alex Wißmann
Die Aloisius-Grundschule Ahrweiler wurde zur Anlaufstelle der "Querdenker"
Die Katastrophe im Ahrtal und die extreme Rechte

Am 14. Juli schädigten Wassermassen in Folge eines Starkregens auch das rheinland-pfälzische Ahrtal schwer. In dieser unübersichtlichen und volatilen Situation entfalteten früh auch „Querdenker*innen“ und andere extrem Rechte eigene Aktivitäten. Ein ordnender Blick auf die Situation vor Ort zeigt die unterschiedlichen Interessen und Strategien der Akteur*innen.

Foto: Exif-Recherche
Teile des "Chapter Rheinland" bei der Anreise zu einem Hammerskin-Treffen 2019
Strukturen der „Hammerskins“ in NRW

Im Sommer 2021 konnten nach langjähriger antifaschistischer Recherche die bundesweiten Strukturen und das Netzwerk der konspirativ agierenden „Hammerskin Nation“ (HSN) offengelegt werden. Unter den 13 aktuell aktiven Chaptern der militanten neonazistischen Skinhead-„Bruderschaft“ sind zwei aus NRW: das „Chapter Westfalen“ und das „Chapter Rheinland“.

Onlineausgabe |
Im linken Haus befand sich der Outdoor-Laden, noch erinnert keine Gedenktafel an das Mordopfer.
Vor 20 Jahren wurde Dorit Botts in Fulda ermordet

Bis heute wird die Tat, welche sich 2001 im hessischen Fulda ereignete, von der Bundesregierung nicht als rechts-motivierter Mord gewertet. Eine Politisierung des Falls stieß bisher weder bei der regierenden Stadtpolitik noch in der örtlicheon Medienlandschaft auf größeres Interesse. Dabei führen die Spuren des Täters in die Thüringer National-Socialist-Black-Metal-Szene.

„Arcadi“ geht im „Zuerst!“-Magazin auf

„Wir wollen unterhalten, informieren und einen Kontrast zum Alltag bilden“, schrieb Herausgeber Yannick Noé 2017 im Vorwort der ersten Ausgabe des Magazins „Arcadi“. Man sei angetreten, ein „wertiges Kulturmagazin für junge Europäer“ herauszugeben. Etwas mehr als drei Jahre später ist das Blatt nach nur zehn Ausgaben am Ende und geht im Monatsblatt „Zuerst!“ auf.

Foto: Faksimile: Der Spiegel 13/1997
Die Opfer: Dagmar Kohlmann, Martin Kemming und Patrica Wright
Vor 25 Jahren wurde Patricia Wright ermordet

Am 3. Februar 1996 wurde die 23-jährige Patricia Wright durch den seinerzeit per Haftbefehl gesuchten Neonazi Thomas Lemke vergewaltigt und ermordet. Obwohl es sich bei der Tat in Bergisch Gladbach um einen staatlich anerkannten Fall rechter Gewalt handelt, ist er in der lokalen Öffentlichkeit noch kaum präsent.

Ende des Prozesses gegen Stephan Ernst und Markus H. und Start des neuen Untersuchungsausschusses

Ein Strafprozess untersucht die individuelle Schuld der Angeklagten. Wie auch schon im Münchener NSU-Prozess zeigte aber auch der Prozess in Frankfurt, dass die juristische Aufarbeitung alleine nicht ausreicht, um die Dimensionen von rechtem Terror erfassen zu können. 

Foto: Pixelarchiv
„Der III. Weg“ und Kampfsport

 Seit geraumer Zeit wird auf die zunehmende Bedeutung von Kampfsport für die extreme Rechte und die Herausbildung einer neonazistischen Kampfsport-Szene hingewiesen. Fester Bestandteil dieser Szene ist die Kleinstpartei „Der III. Weg“ mit ihrer Arbeitsgruppe „Körper & Geist“. Strukturen und Kämpfer der AG finden sich auch in der Grenzregion Siegerland (NRW)/Westerwald (RLP).

Geschäftswelten des Bernd Krick zwischen RechtsRock und Hardcore-Punk

Das „Live at CBGB“-Album der US-Hardcore-Heroen „Agnostic Front“ als limitierte Vinyl-Version, eine Picture-LP der New Yorker Band „Sick Of It All“ und weitere Tonträger haben eine bemerkenswerte Gemeinsamkeit: Sie erscheinen auf dem Label „Street Justice Records“.Was sich nach links-alternativer Szene anhört, wird allerdings von dem Sauerländer Neonazi Bernd Krick produziert und vertrieben, der eine lange Geschichte in der extremen Rechten vorzuweisen hat und auch hinter dem rechten Musik-Label „German Oi! Records“ steckt.

Neues Neonazi-Zentrum des Meinolf Schönborn

Im hessischen Gieselwerder erwarb ein Strohmann des Neonazis Meinolf Schönborn ein ehemaliges Hotel. Mit der „Residenz Ludenbeck“ soll ein neuer „Schutz- und Lebensraum“ für mehrere Generationen von Neonazis entstehen, der neben Wohnraum auch Gewerbe- und Veranstaltungsmöglichkeiten bieten soll.

Zur Konjunktur eines rechten Begriffs

Seitdem die damalige AfD-Vorsitzende Frauke Petry im September 2016 davon sprach‚ dass man daran arbeiten müsse, dass der Begriff „völkisch“ „wieder positiv besetzt“ werde, hat dieser in der Auseinandersetzung mit der extremen Rechten Konjunktur. Die Beschäftigung mit den „Völkischen“ sollte aber eigentlich einen Teil der extremen Rechten jenseits von „Kameradschaften“, Parteien, Straßengewalt und Demonstrationen in den Fokus rücken, der außerhalb eines Fachdiskurses kaum wahrgenommen wird. Stattdessen wird der Begriff nahezu willkürlich für unterschiedlichste Erscheinungsformen der extremen Rechten verwendet.