Artikel aus dem Ressort Rezension

Solidarität heißt das Gebot der Stunde! In dem von Lea Susemichel und Jens Kastner im Unrast Verlag herausgegebenen Sammelband geht es um eine „unbedingte Solidarität“, die drei Aspekte beinhaltet. 

Die Autoren wenden sich einem Thema zu, das nicht nur in linken Kreisen für erhebliche Auseinandersetzungen sorgt: dem israelbezogenen Antisemitismus. Sowohl Klaus Holz wie auch Thomas Haury haben sich bereits profund mit Antisemitismus auseinandergesetzt.

Eine Broschüre der Kulturstiftung des DFB erzählt von Fußball-Pionier Julius Hirsch und von den Menschen, die wie er im März 1943 in das Konzentrations- und Mordlager Auschwitz verschleppt wurden.

Zwischen 1933 und 1935 waren in den Grenzregionen der Sächsischen Schweiz und des Osterzgebirges zur Tschechoslowakei mehrere Gruppen aus dem Bergsportmilieu im antifaschistischen Widerstand aktiv. Sie schmuggelten illegale Literatur und Flugblätter aus der Tschechoslowakei ins deutsche Reich und führten in die andere Richtung von den Nazis verfolgte Personen auf der Flucht über die Grenze.

Die 2021 erschienene Graphic Novel über das Leben von Beate Klarsfeld und Serge Klarsfeld beginnt mit der wohl bekanntesten Ohrfeige in der Geschichte der BRD. Am 7. November 1968 ohrfeigte Beate Klarsfeld in Berlin den damaligen Bundeskanzler Kurt Georg Kiesinger, um dessen NS-Vergangenheit zu skandalisieren.

Die Graphic Novel erzählt die Geschichte der alleinerziehenden Mutter Eleni, die sich gemeinsam mit ihrem Alt-68er Freund Rudi entschließt, den Wahlkampf der AfD aufzumischen. Dafür greifen sie auf klassische Taktiken einer Kommunikationsguerilla zurück. Sie überkleben Wahlplakate, ändern Wahlbotschaften ab und verstreuen Vogelfutter auf die Bundesgeschäftsstelle der AfD, damit diese von Vögeln zugekotet wird. Zwischendurch werden sie dafür zur Zielscheibe neonazistischer Gewalt aus dem Umfeld der AfD.

Kurz nach dem Urteil im Prozess gegen Stephan Ernst legte Martín Steinhagen mit seinem Buch „Rechter Terror“ nicht nur eine umfassende Darstellung der Geschehnisse und eine ausführliche politische Biographie des Täters vor, sondern auch eine präzise Einordnung des Komplexes in die Geschichte und Gegenwart des rechten Terrorismus in Deutschland.

Noch seltener als der Antifeminismus der extremen Rechten werden bislang ihre Entwürfe von Männlichkeit thematisiert. Dies betrifft auch die Szene selbst, in der diese Rollenbilder so eingeschrieben erscheinen, dass sie kaum diskutiert werden.

Nach den jüngsten Berichten über Chats mit extrem rechten Inhalten beim Frankfurter SEK und den Vorfällen bei der Bundestagspolizei stellt sich die Frage, ob es noch eine Polizeibehörde gibt, in der keine rechten „Staatsfeinde in Uniform“ im Dienst sind.

Ein neues Buch gibt einen umfangreichen Einblick in die Facetten irrationaler, antidemokratischer, antisemitischer und extrem rechter Ausdrucksformen im Kontext von Protesten gegen die staatlichen Corona-Schutzmaßnahmen.