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Rote Bergsteiger

Zwischen 1933 und 1935 waren in den Grenzregionen der Sächsischen Schweiz und des Osterzgebirges zur Tschechoslowakei mehrere Gruppen aus dem Bergsportmilieu im antifaschistischen Widerstand aktiv. Sie schmuggelten illegale Literatur und Flugblätter aus der Tschechoslowakei ins deutsche Reich und führten in die andere Richtung von den Nazis verfolgte Personen auf der Flucht über die Grenze.

2009 veröffentlichte das Alternative Kultur- und Bildungszentrum e.V. (AKuBiZ e.V.) aus Pirna zusammen mit dem Dresdener Bergsport-Historiker Joachim Schindler das Büchlein „Rote Bergsteiger. Unterwegs auf ihren Spuren im Elbsandsteingebirge“, in dem die Aktivitäten, Personen und Gruppen des antifaschistischen Widerstandes aus dem Bergsportmilieu dargestellt werden. Ende 2021 erschien nun eine zweite erweiterte Auflage mit verändertem Titel. Neu sind unter anderem die Kapitel über die Bergsteigerinnen Elisabeth, Käthe und Margarete Hempel sowie die jüdische Bergsteigerin Ilse Frischmann, über das Schicksal von Helene Kirsch und Hans Dankner und über den tragischen Tod des Bergsteigers Josef Prautsch. Ergänzt wurde auch ein Kapitel zu den Fluchtwegen im Elbsandsteingebirge und über den Erzgebirgskamm. Der Abschnitt über eines der „frühen“ Konzentrationslager in der Sächsischen Schweiz auf der Burg Hohenstein ist in der Neuauflage zudem deutlich ausführlicher als in der Erstauflage ausgefallen.
Joachim Schindler und das AKuBiZ beleuchten mit der Publikation einen heute fast vergessenen Teil des Widerstandes gegen den NS und leisten damit einen wichtigen Beitrag für eine antifaschistische Geschichtspolitik und Erinnerungskultur.

Joachim Schindler
Rote Bergsteiger. Ihre Spuren in der Sächsischen Schweiz und im Osterzgebirge.
Alternatives Kultur- und Bildungszentrum e.V. (AKuBiZ e.V.),
Pirna 2021, 144 Seiten, 10 Euro

Das Buch kann zzgl. Versandkosten unter kontakt@akubiz.de bestellt werden.

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