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Proud Boys

Es war der republikanische Präsidentschaftskandidat Patrick J. Buchanan, der auf dem Bundeskongress der Republikanischen Partei 1992 einen „religiösen“ und „Kulturkrieg“ um die „Seele der Nation“ ausrief und der Gavin McInnes, Gründer der Proud Boys, inhaltlich prägte.

Die Proud Boys verstehen sich als Vorhut des Trumpismus. Durch den Sturm auf das Kapitolgebäude in Washington wurde die Gruppierung einer größeren Öffentlichkeit bekannt. Carl Kinsky hat in einem neuen Unrast-Band sowohl den Aufstieg als auch die historischen und politischen Kontexte dieser Gruppierung beschrieben und analysiert. Der Autor, der auch für LOTTA und Der Rechte Rand schreibt, ordnet die Proud Boys der extremen Rechten und dem Organisationsmodell der „Bruderschaften“ zu. Diesen gehe es in erster Linie um die Wiedererlangung einer „echten Männlichkeit“ angesichts der als korrumpierend empfundenen Einflüsse der Moderne. Mitgliedschaften werden durch Aufnahmerituale geschaffen, bei denen die Anwärter auch ihre Gewaltbereitschaft unter Beweis stellen müssen.

Carl Kinsky skizziert in seinem Buch die Entwicklung und Agitationsmethodik der Proud Boys. Komprimiert, flüssig und allgemeinverständlich geschrieben, vermittelt der Band einen guten Einblick in ein bislang noch nicht tiefgreifend erfasstes politisches Phänomen und regt zum Vergleich und besserem Verständnis ähnlicher Gruppierungen hierzulande an. Sehr empfehlenswert!

Carl Kinsky
Proud Boys.
Trumpismus und der  Aufstieg ultranationalistischer Bruderschaften
Unrast Verlag, Münster 2021
88 Seiten, 7,80 Euro

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  • Alexander Häusler ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Forschungschwerpunkt Rechtsextremismus/Neonazismus (FORENA) an der FH Düsseldorf. Einige Veröffentlichungen zur AfD, zuletzt gemeinsam mit Rainer Roeser „Die rechten 'Mut'-Bürger“ (VSA-Verlag Hamburg 2015).