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Lotta #102

Obdachlosenfeindlichkeit und sozialdarwinistische Gewalt

  • 27.08.2026

    Die Praxis der Schutzhaft in der bayerischen Pfalz

    In ihrer 2025 veröffentlichten Dissertation beschreibt Miriam Breß die Praxis der Schutzhaft im Nationalsozialismus als zentrales Instrument, mit dem die NSDAP den Umbau der Weimarer Demokratie in den NS-Staat juristisch zementierte. Die Beobachtung bezieht sich auf die linksrheinische Pfalz, die damals unter bayerischer Verwaltungshoheit stand.

  • 16.08.2026

    Britta Kremers

    In Gedenken an Alexander Häusler

    Ein Nachruf

    Am 9. Juli verstarb unser Redaktionskollege und Genosse Alex im Alter von nur 62 Jahren. Wir sind unfassbar traurig über seinen Tod und können es immer noch nicht fassen. Seine fundierten Analysen, sein umfangreiches Wissen, seine Klarheit und Menschlichkeit fehlen uns schon jetzt. Für viele von uns war Alex nicht nur ein antifaschistischer Wegbegleiter und Genosse, sondern auch ein guter Freund – für Einzelne von uns bereits seit über 30 Jahren.

  • 27.08.2026

    Flo Winterberg

    Demokratie leben?!

    Verstärkte Angriffe auf zivilgesellschaftliche Demokratieprojekte

    Am 9. Juli 2026 wurde im Deutschen Bundestag ein zwei Monate zuvor von der AfD-Fraktion eingereichter Antrag verhandelt, der die komplette und sofortige Streichung des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ forderte (Drucksache 21/6925). Die AfD versuchte in der Anfrage, einen Zusammenhang zwischen Gewaltakten und Personen und Projekten, die im Rahmen des Bundesprogramms gefördert wurden, herzustellen.

  • 27.08.2026

    Britta Kremers

    Obdachlosenfeindlichkeit und sozialdarwinistische Gewalt

    Eine Einleitung in den Schwerpunkt

    Nach Erhebung des „Wohnungslosenberichts 2024“ des Bundesministeriums für Wohnung, Stadtentwicklung und Bauwesen verfügen rund 531.600 Menschen in Deutschland über keine eigene Wohnung. Während 439.500 von ihnen in Not- und Behelfsunterkünften, ein kleiner Teil auch bei Bekannten, untergebracht sind, leben etwa 60.400 Personen permanent auf der Straße. Wohnungs- und Obdachlosigkeit ist Ausdruck extremer Armut und gesellschaftlicher Marginalisierung, wird aber von vielen Nichtbetroffenen als in erster Linie selbst verschuldetes Problem gesehen – und somit als Ausdruck von mangelnder Leistungsbereitschaft, Selbstkontrolle und Anpassung.

  • 27.08.2026

    Merle Stöver

    Logik der Entwertung

    Sozialdarwinistische Gewalt gegen obdachlose Menschen

    Jedes Jahr sterben mehrere obdachlose Menschen an den Folgen von Gewalt. Obwohl oft sozialdarwinistische Hintergründe auf der Hand liegen, bleiben sowohl eine Auseinandersetzung mit den Taten als auch die Erinnerung an die Opfer meist aus. Schlimmer noch: Die Taten werden entpolitisiert und die Betroffenen über ihren Tod hinaus marginalisiert.

  • 27.08.2026

    Tim Sonnenberg

    „Den Aufenthalt im öffentlichen Raum so unbequem wie möglich machen“

    Ordnungsrechtlicher Umgang mit Obdachlosigkeit

    Innenstädten kommt im Alltag wohnungsloser Personen eine durchaus ambivalente Bedeutung zu. Einerseits eröffnen sich dort bedeutsame Handlungsoptionen, indem die betreffenden Personen beispielsweise mit Betteln ein zumindest kleines Einkommen erzielen können. Andererseits sehen sich wohnungslose Personen dort auch damit konfrontiert, zum Gegenstand ordnungspolitischer Maßnahmen gemacht zu werden.

  • 27.08.2026

    Anke Schmidt

    Erst mal arbeiten!

    Völkische Kontinuitäten von Abwertung und Entsolidarisierung

    Die Selbstüberhöhung als „schaffendes Volk“ war im Nationalsozialismus grundlegend für die Bildung der „deutschen Volks- und Leistungsgemeinschaft“. Damit einher ging die biologistisch begründete Abwertung der vorgeblichen „Faulheit“ anderer Völker, Jüdinnen und Juden, „Asozialer“, Kranker und Behinderter. Entsolidarisierung wurde im Nationalsozialismus zur täglich eingeübten sozialen Praxis und zur Voraussetzung der systematischen Ausgrenzung und Vernichtung. Heute erhebt die AfD die Entsolidarisierung mit den „Unwürdigen“ zu ihrem Programm

  • 27.08.2026

    Niklas Weitekamp

    Maurice Uhrmann

    Gewalt gegen Wohnungslose

    Erkenntnisse aus Monitoring und Beratung

    Im Rahmen des Monitorings rechter, rassistischer, antisemitischer und anderweitig menschenverachtender Gewalt dokumentieren die „Opferberatung Rheinland“ und „BackUp“ seit Jahren auch Gewalttaten gegen Obdachlose. Dieser Artikel beleuchtet, durch welche wiederkehrenden Tatdynamiken Gewalt gegen wohnungslose Personen gekennzeichnet ist, aber auch, welche Hürden es aus der Perspektive der Beratenden bei der Beratung und Unterstützung gibt.

  • 27.08.2026

    Hannah Tietze

    Ein Thema für die antifaschistische Linke

    Im Gespräch mit der Initiative „Schlafen statt Strafen“

    Die Initiative „Schlafen statt Strafen“ aus Dortmund setzt sich mit öffentlichen Aktionen wie Protestcamps und Infoständen gegen die Verdrängung und Diskriminierung von obdach- und wohnungslosen Menschen in Dortmund ein. LOTTA sprach mit der Initiative über ihr Engagement und die aktuelle politische Situation

  • 27.08.2026

    Olaf Gunter

    Im weinroten Block


    Strukturaufbau der „Jungen Nationalisten“ in NRW

    Am Mittag des 1. Mai 2026 steht auf dem Hirschlandplatz in Essen ein Block junger Männer und Frauen in einheitlichen weinroten T-Shirts. Auf der Brust ein weißes Logo mit den Buchstaben „JN“ – „Junge Nationalisten“. Sie sind der disziplinierteste Teil der Versammlung, die sich an diesem Tag zur bundesweiten Demonstration der Partei „Die Heimat“ formiert. Und Auch der jüngste.

  • Der Domstädter Hendrik Heinrich (links im Shirt der NS-Kampfsportmarke „Kampf der Nibelungen“) am 8. September 2023 bei einer Kundgebung der AfD in Paderborn.

    27.08.2026

    Tobias Hoff

    Organisierte rechte Schläger

    Extrem rechte Hooligan-Strukturen beim „SC Paderborn“

    „20 Jahre Hooligans Paderborn“ hieß es am 2. Mai 2025 auf einem großen Banner quer über den Gästeblock beim Auswärtsspiel des „SC Paderborn 07“ beim „FC Schalke 04“. Die im Block gefeierte Gruppe, die vornehmlich unter dem Namen „Domstädter“ firmiert, tritt seit ihrer Gründung durch ein extrem rechtes Auftreten in Erscheinung. Seit einigen Jahren gibt es neuen Zulauf aus der militanten Neonazi-Szene.

  • 27.08.2026

    Rainer Roeser

    Auf der Suche nach „Kameradenschweinen“ und „Terroristen“

    Landes- gegen Bundes-AfD: Der Streit eskaliert

    Bei einem NRW-Parteitag im Juli in Marl sind die Auseinandersetzungen in einer Art und Weise eskaliert, dass Erinnerungen an die turbulenten Anfangsjahre der AfD wach werden. Die Bundesspitze will eine Untersuchungskommission in Marsch setzen, die die Zustände unter Landeschef Martin Vincentz in den Blick nehmen soll. Doch der mag sich nicht so genau in die Bücher schauen lassen. Der Bundesvorstand hat mittlerweile Parteiordnungsverfahren gegen das Vincentz-Lager in Gang gebracht.

  • Enrique Feldhaar, Dennis Hopp und Felix Hermann Hampe bei der Kundgebung am 26. Oktober 2024 in Horn-Bad Meinberg.

    27.08.2026

    Recherche Kollektiv Ostwestfalen

    Die lippische Rose blüht braun

    Neonazis in der AfD Lippe

    In Berichten über den Radikalisierungsprozess der AfD wird deren Landesverband Nordrhein-Westfalen oft als gemäßigt im Vergleich zu anderen Landesverbänden beschrieben. Während Medienberichte sich auf den Richtungskampf innerhalb des Landesverbandes konzentrieren, vollzieht sich in Ostwestfalen-Lippe (OWL) von der Öffentlichkeit relativ unbeachtet die ideologische und personelle Ausrichtung, die dem die Partei prägenden völkischen Nationalismus entspricht.

  • 16.08.2026

    Autor*innenkollektiv Feministische Intervention

    Die Spitze des Eisbergs

    Angriffe auf CSDs als Zeichen wachsender Queerfeindlichkeit

    Der islamistische Anschlag auf den CSD in Berlin im Juli 2026 hat eine Tote und dutzende Verletzte hinterlassen. Hinzu kommen unverstellte Häme, Täter-Opfer-Umkehr, leere Betroffenheitsfloskeln und eine schamlos weiterlaufende Kürzungspolitik bei queeren Projekten. Dabei konnte die letzten Jahre kaum ein CSD, vor allem nicht in kleineren Orten, ohne irgendeine Art von Störung stattfinden. Die Nazimobilisierungen waren dabei nur der sichtbarste Teil des Problems: die Spitze des Eisbergs einer wachsenden Queerfeindlichkeit.

  • 27.08.2026

    Kurzmeldungen

    Fakten, Fakten, Fakten aus NRW, RLP und Hessen

  • 27.08.2026

    Freie Schulen in der Südpfalz

    Wie die Esoterik dem Faschismus die Tür öffnet

    Besonders naturnah muss die Schule sein, sonst können sich Kinder nicht richtig entwickeln. Und wenn es sich richtig anfühlt, dann ist es auch gut. Oder nicht? Mehrere Schulprojekte mit ideologisch-esoterischem Hintergrund geben aus antifaschistischer Sicht Anlass zur Sorge und machen eine Einordnung notwendig.

  • Nigel Farage am 30. Oktober 2024 im britischen Unterhaus.

    27.08.2026

    Jörg Kronauer

    Reform UK: Triumph mit Tücken

    Wahlerfolge und innere Schwierigkeiten einer extrem rechten Partei

    Der Wahlerfolg der extrem rechten Partei „Reform UK“ von Nigel Farage bei den jüngsten Kommunalwahlen in Großbritannien hat auch international Schlagzeilen gemacht: „Reform UK“ schaffte es dabei mit großem Abstand auf Platz eins. Allerdings läuft für die Partei und für ihren Chef nicht alles rund: Farage legte kürzlich wegen Korruptionsvorwürfen sein Parlamentsmandat nieder. Zugleich nimmt die Rechtsabspaltung „Restore Britain“ seiner Partei bei Wahlen Stimmen weg.

  • Gabriele D'Annunzio (in der Mitte mit Stock) 1919 mit Legionären des „Arditi-Korps“ in Fiume.

    27.08.2026

    Jan Raabe

    D’Annunzio

    Rezeption eines Protofaschisten

    Am 20. März 2026 führte der Landesverband NRW der „Generation Deutschland“ eine Veranstaltung durch, in der der protofaschistische Ideologe und Praktiker Gabriele D’Annunzio präsentiert wurde. Die Veranstaltung soll Anlass sein, in einer Artikelserie einen Blick auf die aktuell in der extremen Rechten und insbesondere in der AfD und deren Umfeld virulenten Vordenker zu werfen.

  • Demonstration gegen das von der Adenauer-Regierung geplante KPD-Verbot 1952 in Leipzig.

    27.08.2026

    Michael Sturm

    „Auffallende Rigorosität“

    Antikommunismus und Politische Justiz in der frühen Bundesrepublik

    Von den späten 1940er bis zum Ende der 1960er Jahre war das gesellschaftliche und politische Klima in der frühen BRD durch einen rigorosen Antikommunismus geprägt. Dieser avancierte zur Staatsraison des westdeutschen Teilstaates und fand seinen sichtbarsten administrativen Ausdruck im Verbot der KPD durch das Bundesverfassungsgericht vom 17. August 1956.

  • 27.08.2026

    „Efe hat überlebt, kämpft aber bis heute mit den Folgen der Tat

    Im Gespräch mit Kim Schopert von der „Soligruppe B. Efe 09“

    In der Nacht auf den 21. Juni 2020 überlebte der Taxifahrer B. Efe einen rassistischen Mordversuch in Kassel. Im Oktober 2025 wurde in der Friedrich-Ebert-Straße eine Informations- und Gedenktafel eingeweiht*. Wir sprachen mit Kim Schopert von der „Soligruppe B. Efe 09“ über die Folgen der Tat und die Kämpfe um Erinnerung, Aufklärung und Entschädigung.

  • 27.08.2026

    Jan Raabe

    Deutschlands radikale Rechte 1945 bis 2025

    Zwar existieren schon eine Reihe von Büchern, die sich zum Ziel gesetzt haben, einen Überblick über die Entwicklung der extremen Rechten in Deutschland zu bieten, zumeist beschränken sich diese jedoch auf einen spezifischen Bereich der extremen Rechten oder einen bestimmten Zeitraum. Mit dem von Martin Langebach herausgegebenen und bei der Bundeszentrale für politische Bildung erschienenen Buch „Deutschlands radikale Rechte 1945 bis 2025“ ist jetzt ein bemerkenswerter Sammelband erschienen, der diese Lücke auf beeindruckende Weise füllt.

  • 27.08.2026

    Torben Heine

    Terror von Rechts

Kontakt

  • LOTTA – Antifaschistische Zeitung aus NRW, Rheinland-Pfalz und Hessen

    Am Förderturm 27

    46049 Oberhausen

  • lotta-redaktion@no-log.org PGP

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